Nachhaltigkeitsbericht 2019/2020

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Creating tomorrow’s solutions

Ausbildung

Engagierte und kompetente Mitarbeiter halten WACKER innovations- und wettbewerbsfähig. Wir bieten unseren Mitarbeitern eine gute Grundlage dafür, ihr Potenzial auszuschöpfen und sich weiterzuentwickeln – angefangen von der betrieblichen Ausbildung bis hin zu vielfältigen Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten. Für jede Qualifikation und jeden Karriereschritt stehen Schulungs- und Förderprogramme zur Verfügung.

Auszubildende

 

 

 

 

 

 

 

 

 

2020

 

2019

 

2018

 

 

 

 

 

 

 

Zahl Neueintritte Auszubildende1

 

187

 

201

 

191

Zahl aller Auszubildenden (alle Ausbildungsjahre)1

 

625

 

618

 

599

Zahl der Ausbildungsabsolventen

 

174

 

175

 

185

davon wurden übernommen2

 

140

 

148

 

157

Zahl aller Umschüler

 

 

 

Auszubildenden-/Umschülerquote, bezogen auf Beschäftigte Deutschland gesamt (%)1

 

5,8

 

5,6

 

5,5

1

Anzahl 2020 zum 31.12.2020 (im nichtfinanziellen Bericht 2020 zum 31.09.2020).

2

Nichtübernahmen erfolgen meist auf Wunsch der Azubis – etwa, weil sie eine weiterführende Schule besuchen oder ein Studium aufnehmen.

Bei der Personalentwicklung setzt WACKER auch auf die betriebliche Ausbildung. Wir bilden an den Standorten Burghausen, Nünchritz, Stetten, Halle, Köln und München aus.

Wichtigste Ausbildungsstätte ist das von WACKER im Jahr 1969 gegründete Berufsbildungswerk Burghausen (BBiW). Aufgaben des BBiW sind Erstausbildung, Umschulung und Weiterbildung von Jugendlichen und von Menschen, die bereits im Berufsleben stehen. Das überregional bekannte Ausbildungszentrum erfüllt mit der Ausbildung für 20 Partnerunternehmen auch einen überbetrieblichen Bildungsauftrag. Im Jahr 2020 starteten 187 Auszubildende ihre Berufslaufbahn im BBiW (2019: 201). Das Angebot des BBiW umfasst 24 Berufe.

Nach Abschluss der Ausbildung hat der Nachwuchs gute Chancen auf einen Arbeitsplatz. WACKER hat in der Berichtsperiode alle geeigneten Auszubildenden mit Übernahmewunsch übernommen.

Neben der Berufsausbildung bietet das BBiW acht duale Bachelor-Studiengänge an: Wirtschaft, Wirtschaftsinformatik, Technische Informatik, Allgemeine Informatik, Wirtschaftsingenieurwesen, International Business, Elektrotechnik und Verfahrenstechnik. Dabei wechselt sich das Studium an einer fachbezogenen Berufsakademie mit vierteljährlichen Praxisphasen ab. WACKER kooperiert bei den Studiengängen mit den dualen Hochschulen in Mannheim, Heidenheim und Stuttgart.

Das Qualitätsniveau unserer Ausbildung und die Kompetenz unserer Auszubildenden sind hoch. Immer wieder erreichen einige dieser jungen Menschen ihren Abschluss mit Höchstleistungen. 63 unserer Azubis haben in den Jahren 2019 und 2020 die Note 1,5 und besser erhalten. Unter ihnen ist Kevin Till, der im Jahr 2019 am Standort Nünchritz seine Ausbildung zum Chemielaboranten als bester Absolvent von ganz Sachsen gemeistert hat. Beim traditionsreichen Wettbewerb „Jugend schweißt“ haben im Jahr 2019 unsere Auszubildenden Lukas Kimberger, Luca Maier und Marvin Ziegler in ihren Disziplinen erste Plätze erreicht. Feuerwehrmann Daniel Leipold war 2019 Jahrgangsbester bei seiner IHK-Abschlussprüfung zur Brandschutzfachkraft. Die Anlagenmechanikerin Jennifer Ebner und Elias Hofer, Elektroniker für Automatisierungstechnik, wurden im Jahr 2020 als Bayerns beste Absolventen geehrt.

Ein IHK-Gütesiegel als ausgezeichneter Ausbildungsbetrieb haben unsere Standorte Burghausen und Nünchritz erhalten. Bei einer Studie des Wirtschaftsmagazins Capital und der Talentplattform Ausbildung.de haben wir uns im Berichtszeitraum als eines von Deutschlands besten Ausbildungsunternehmen qualifiziert.

Digitale Ausbildung

Damit die Ausbildung auch in Corona-Zeiten weiterläuft, nutzt das BBiW digitale Lösungen für Kommunikation und praxisnahe Lerneinheiten. Denn durch die Beschränkungen wegen des Coronavirus arbeiten zahlreiche Ausbilder im Homeoffice. Auch Auszubildende des Burghauser Berufsbildungswerks BBiW lernen mit digitalen Mitteln von daheim aus.

Schon vor der Pandemie hatte das BBiW die digitale Ausbildungswelt in der Praxis erprobt. Mit HoloLens (3D-Brille) und Tablet erschließt sich den Azubis beispielsweise die Prozessüberwachung in der Produktion. Mit VR (Virtual Reality) und AR (Augmented Reality) lernen Azubis der chemisch-technischen Bereiche, digitale Prozesse einzusetzen oder erproben ihre Fähigkeiten am virtuellen Schweißsimulator.

Bereits zum Ausbildungsstart im September 2019 stattete das BBiW die neuen kaufmännischen WACKER-Azubis sowie ihre jungen Kollegen in den Ausbildungsbereichen Chemie, Elektro und Metall mit Tablets aus. Sie können damit beispielsweise Lernsoftware, digitale Schulbücher und praxisnahe Anwendungen abrufen. Die Ausbilder stellen online Einsatzpläne, Übungsaufgaben und Arbeitsanweisungen bereit. Wer Fragen zur Ausbildung oder zum Unterrichtsstoff hat, kann online mit den Ausbildern und den Azubi-Kollegen kommunizieren. Diese virtuell gestaltete Welt funktioniert auch im Homeoffice.

Austausch, Diskussionen und Feedback, sowohl zwischen den Azubis als auch mit den Ausbildern, sind ein wesentlicher Erfolgsfaktor für den Lehrbetrieb. Deshalb ermöglicht das BBiW-Team digitale Kommunikation über virtuelle Meetings. Die Ausbilder bieten Lernunterstützung an, posten Lernunterlagen, tauschen sich mit den Azubis im Chat direkt aus und bearbeiten online gemeinsam mit ihnen Dateien. Während der Pandemie setzen die Ausbilder einen besonderen Fokus darauf, intensiv jene Azubis zu betreuen, die sich auf Abschlussprüfungen vorbereiten. Sie geben ihnen beispielsweise Arbeitsaufträge mit konkreten Abgabeterminen. Der zuständige Ausbilder kontrolliert den Rücklauf und spielt diesen mit ergänzenden Hinweisen wiederum zurück.

Auch externe Teilnehmer von Partnerunternehmen können sich für ihre Kurse und Fortbildungsveranstaltungen einwählen. Das BBiW nahm im Berichtszeitraum viel Inspiration und Ideen mit in seine digitale Zukunft. Die neuen Möglichkeiten, schnell und einfach zu kommunizieren, Lernmaterial zur Verfügung zu stellen und zu chatten will das Team auch nach dem Ende der Pandemie nicht mehr missen. Denn die voranschreitende Digitalisierung führt vor allem in Produktion und Technik zu neuen beruflichen Anforderungen. Die jungen Fachkräfte lernen bereits während ihrer Ausbildung, mit digitalen Medien und vernetzten IT-Systemen zu arbeiten und werden so bestens qualifiziert.

Trainee-Programm

Im Herbst 2019 starteten sechs Absolventen der Studienrichtungen Chemie, Verfahrenstechnik, Elektrotechnik, Logistik, Maschinenbau und Biotechnologie in der dritten Trainee-Generation seit Wiederaufnahme des Programms im Jahr 2016. Der 2018 gestartete Trainee-Jahrgang beendete 2020 seine 18-monatige Ausbildung in den Fachrichtungen Chemie, Vertrieb und Digitalisierung. Die sechs Absolventen lernten die Jobprofile ihrer Funktionsbereiche kennen und wurden zielgerichtet auf eine Übernahme vorbereitet. Fünf von ihnen haben sich für eine weitere berufliche Zukunft bei WACKER entschieden.

Biotechnologie
Biotechnologische Verfahren nutzen lebende Zellen oder Enzyme zur Stoffumwandlung und Stoffproduktion. Je nach Anwendung wird zwischen roter, grüner und weißer Biotechnologie unterschieden: Rote Biotechnologie: medizinisch-pharmazeutische Anwendung. Grüne Biotechnologie: landwirtschaftliche Anwendung. Weiße Biotechnologie: biotechnologisch basierte Produkte und Industrieprozesse, z.B. in der Chemie sowie der Textil- und Lebensmittelbranche.