Nachhaltigkeitsbericht 2019/2020

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Creating tomorrow’s solutions

Kreislaufwirtschaft

Die Kreislaufwirtschaft ist ein bedeutender Wirtschaftsfaktor und leistet entscheidende Beiträge, um Ressourcen zu schonen und das Klima zu schützen. Eine wesentliche Basis für die effiziente Nutzung von Ressourcen und Energien ist unsere Verbundproduktion.

In einer Kreislaufwirtschaft werden Materialien so lange wie möglich wiederverwendet, aufgearbeitet und recycelt, um den Lebenszyklus der Produkte zu verlängern. So werden Abfälle auf ein Minimum reduziert. Wir nutzen diese Chance, um unseren Fußabdruck in der Umwelt zu minimieren.

Kreislaufwirtschaft (Zirkulärwirtschaft)

Verbundproduktion als Baustein der Kreislaufwirtschaft (Grafik)

Einsatz nachwachsender Rohstoffe

Bei unserem Produktportfolio steigern wir den Einsatz biobasierter Rohstoffe fortlaufend. Ein Ansatz ist, fossile Rohstoffe durch Rohstoffe aus nachwachsenden Quellen zu ersetzen. Mit dem Biomassenbilanzverfahren haben wir zu wichtigen Produktgruppen alternative Produktlinien eingeführt, bei denen wir fossile Rohstoffe durch zertifizierte nachhaltige Biomasse ersetzen. Bei den Dichtstoffen ist WACKER das erste Chemieunternehmen, das den fossil-organischen Anteil durch eine pflanzliche Basis in der Herstellung ersetzt.

Kreislaufwirtschaft (Zirkulärwirtschaft)

Verbundproduktion als Baustein der Kreislaufwirtschaft (Grafik)

Beispiele für unsere nach REDcert2 zertifizierten Produktreihen, bei denen biobasierte Rohstoffe in der Produktion eingesetzt werden:

Biomassenbilanzverfahren

Das Massenbilanzverfahren ermöglicht es, den Anteil nachwachsender Rohstoffe rechnerisch einzelnen Verkaufsprodukten zuzuordnen, wenn innerhalb eines Produktionsverbunds als Ausgangsmaterialien nachwachsende Rohstoffe sowie herkömmliche, meist aus fossilen Quellen stammende Rohstoffe eingesetzt werden.

WACKER nutzt das Massenbilanzverfahren, um Produkte auf Basis erneuerbarer Rohstoffe herzustellen. Anstelle von Methanol bzw. Essigsäure aus fossilen Rohstoffen verwenden wir Biomethanol und Bioessigsäure. Die eingesetzten Rohstoffe werden ausschließlich aus Abfallströmen produziert, sind entsprechend zertifiziert und werden von regionalen Herstellern bezogen. Wir erhöhen damit den Anteil erneuerbarer Rohstoffe in unserer Lieferkette, reduzieren den CO2-Fußabdruck zugekaufter Rohstoffe und tragen so dazu bei, dass unsere Kunden fossilfreie Produkte für ihre Märkte produzieren können.

Biomassenbilanzverfahren

Biomassenbilanzverfahren (Grafik)

Das Prüf- und Zertifizierungsinstitut TÜV Nord hat im Berichtszeitraum das Biomassenbilanzverfahren von WACKER zum Nachweis erneuerbarer Rohstoffe in der Produktion zertifiziert. Bei der Prüfung nach dem REDcert2-Standard haben wir nachgewiesen, dass die entsprechende Menge nachwachsender Rohstoffe, die für die Verkaufsprodukte benötigt wird, in der Produktion zugefügt wurde und somit die entsprechende Menge an fossilen Rohstoffen ersetzt worden ist. Voraussetzung für eine Zertifzierung ist, dass die zugekauften biobasierten Rohstoffe nachhaltig hergestellt wurden und die Ausgangsmaterialien aus zertifiziert nachhaltigen Quellen stammen. Dies wird durch jährliche Rezertifizierungen fortlaufend geprüft.

Biomassenbilanzverfahren

Biomassenbilanzverfahren (Grafik)

Produktbeispiele für das Biomassenbilanzverfahren

Wir nutzen dieses zertifizierte Verfahren zur Herstellung biomethanolbasierter Siliconprodukte für die Textil-, Papier- und Konsumgüterindustrie. Bei ELASTOSIL® eco kompensieren wir entsprechend des Biomassenbilanzansatzes alle organischen Bestandteile des gebrauchsfertigen Silicondichtstoffs durch Methanol aus Biomasse. 

Mit unserer Produktfamilie LIOSIL® eco setzen wir unser auf Biomethanol basierendes Produktionsverfahren im Bereich der Haushalsanwendungen ein. Dabei ersetzen wir fossile Bestandteile, die zur Produktion benötigt werden, zu 100 Prozent durch pflanzenbasierte und zertifizierte Rohstoffe.

Unter dem Namen VINNECO® bieten wir polymere VAE-basierte Bindemittel an, bei deren Herstellung biobasierte Essigsäure verwendet wird. Die in der Produktion verwendete biobasierte Essigsäure entsteht als Nebenprodukt der holzverarbeitenden Industrie, beispielsweise bei der Zellstoffherstellung. Das Holz selbst stammt aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern. Die biobasierte Essigsäure ist nach internationalem PEFC® Standard (Programme for the Endorsement of Forest Certification) zertifiziert.

Materialkreisläufe nachhaltig gestalten

Auch über Kooperationen arbeiten wir daran, Materialkreisläufe zu analysieren und Alternativen zu testen. Wir unterstützen zum Beispiel das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) beim Aufbau einer Innovationsplattform für nachhaltiges Bauen. Die Förderung des „ChangeLab! WACKER / KIT Innovation Platform for Pioneering Sustainable Construction“ richtet sich sowohl an Studenten des KIT als auch an Architekten, Ingenieure und Bauexperten, die sich über neue Ideen und Denkansätze in den Bereichen Materialentwicklung und kreislaufgerechte Konstruktion informieren und austauschen möchten. 

Gemeinsam mit führenden Etikettenhersteller kooperieren wir bei CELAB (Circular Economy for Self-Adhesive Labels), einer Recyclinginitiative für Trägerpapiere. Durch den Aufbau eines Sammelsystems mit nachhaltiger Kreislaufwirtschaft sollen beschichtete Papierabfälle wiederverwertet werden. Unter der Marke DEHESIVE® stellt WACKER Silicontrennmittel her, mit denen solche Trägerpapiere beschichtet werden. Am Standort Burghausen haben wir in einem Pilotprojekt die Recyclingprozesse erfolgreich getestet.

Zur Methode der Kreislaufwirtschaft gehört für uns auch, nachhaltige Verpackungen für unsere Produkte voranzutreiben. Ein Beispiel aus dem Berichtszeitraum: Das Material der Transportsäcke für Dispersionspulver haben wir im Jahr 2020 in einem Pilotprojekt am Standort Burghausen von gebleichtem auf ungebleichtes Papier umgestellt. Bei der Herstellung dieser reißfesteren und kostengünstigeren Säcke verzeichnen unsere Lieferanten im Vergleich zum bisher verwendeten Papier einen um 60 Prozent reduzierten CO2-Ausstoß.

Biomethanol
Biomethanol wird aus biologischen und nicht aus konventionellen fossilen Ressourcen gewonnen. Die in der Herstellung von Biomethanol verwendeten Rohstoffe stammen aus Quellen der zweiten Generation. Die Bezeichnung „Quellen der zweiten Generation“ bedeutet, dass keine Rohstoffe verwendet werden, die als Nahrungs- oder Futtermittel dienen würden, und dass nur Abfall- und Reststoffe zum Einsatz kommen. Das von WACKER verwendete Biomethanol ist ausschließlich pflanzlicher Herkunft. Es entsteht aus Reststoffen nichttierischen Ursprungs. Alle Quellen auf Holzbasis erfüllen die Vorgaben der FSC-Zertifizierung für nachhaltige Erzeugnisse aus der Forstwirtschaft. Weitere Informationen finden Sie unter https://www.youtube.com/watch?v=Vvx9RoOXSXA https://www.youtube.com/watch?v=R7HPORitT4g
Dispersionspulver
Entsteht durch Trocknen von Dispersionen in so genannten Sprüh- oder Scheibentrocknern. VINNAPAS®-Dispersionspulver werden als Bindemittel in der Bauindustrie, z.B. für Fliesenkleber, Selbstverlaufsmassen, Reparaturmörtel etc. empfohlen. Die Pulver verbessern Adhäsion, Kohäsion, Flexibilität und Biegezugfestigkeit, Wasserrückhaltevermögen und die Verarbeitungseigenschaften.