Nachhaltigkeitsbericht 2019/2020

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Creating tomorrow’s solutions

Arbeitsschutz

Für WACKER haben Arbeitsschutz und Anlagensicherheit eine herausragende Bedeutung. Aus diesem Grund legen wir gemeinsam mit Oberen Führungskräften und leitenden Angestellten unsere Sicherheits­ziele in den jährlichen Zielvereinbarungen für Deutschland fest.

Unsere Prozesse und Standards zum Arbeitsschutz sind an den internationalen Normen OHSAS 18001 und ISO 45001 ausgerichtet. Zum systematischen Arbeitsschutz gehört, dass die Gefährdungen regelmäßig beurteilt und die Arbeitsbereiche überwacht werden.

Alle Mitarbeiter werden für ihren individuellen Arbeitsplatz in Sicherheitsthemen unterwiesen. Mit über 40 Online-Schulungen vertieft WACKER Themen der Arbeitssicherheit an seinen deutschen Standorten. Die vermittelten Kenntnisse reichen von allgemeinen Sicherheitsunterweisungen für Büro- oder Labor­mitarbeiter bis hin zur Einstufung von Gefahrstoffen und zum sicheren Verhalten in explosionsgefährdeten Bereichen.

Die Entwicklung der Arbeitsunfälle zählt zu den wichtigsten nichtfinanziellen Leistungsindikatoren. Wir hatten uns vorgenommen, dass die Zahl der Arbeitsunfälle pro einer Million Arbeitsstunden konzernweit im Jahr 2020 nicht mehr als 2,0 betragen soll. Die tatsächlich erreichte Unfallhäufigkeit hat sich im Jahr 2020 mit 3,0 Arbeitsunfällen pro einer Million Arbeitsstunden gegenüber dem Vorjahr (3,4 Arbeitsunfälle pro einer Million Arbeitsstunden) zwar verringert, dennoch haben wir unser Ziel im Berichtszeitraum verfehlt.

Arbeitsunfälle Stammpersonal und Zeitarbeiter

 

 

 

 

 

 

 

 

 

2020

 

2019

 

2018

 

 

 

 

 

 

 

Unfallhäufigkeit Konzern:
Arbeitsunfälle1 pro einer Mio. Arbeitsstunden

 

3,0

 

3,4

 

2,9

Europa

 

3,3

 

3,8

 

3,6

Amerika

 

3,2

 

2,9

 

1,5

Asien

 

1,3

 

1,9

 

0,4

Unfallhäufigkeit Konzern:
Meldepflichtige Arbeitsunfälle2 pro einer Mio. Arbeitsstunden

 

2,2

 

1,9

 

1,3

Tödliche Arbeitsunfälle

 

 

 

1

Unfälle ab einem Ausfalltag

2

Unfälle mit mehr als drei Ausfalltagen

Die wenigsten Unfälle bei WACKER sind chemietypisch. Häufigste Ursachen sind Unachtsamkeit bei manuellen Tätigkeiten, Stolpern, Rutschen oder Stürze. Wir geben uns mit der bisher erreichten Unfallhäufigkeit nicht zufrieden und passen deshalb unsere Initiativen im Arbeitsschutz regelmäßig an.

Im November 2020 kam es am US-Standort Charleston in einem Produktionsgebäude zu einem geringfügigen Austritt von Chlorwasserstoff und Dampf. Im Zuge der Evakuierung des Gebäudes nach diesem Stoffaustritt wurden fünf Fremdfirmenmitarbeiter verletzt, einer von ihnen tödlich. Der Vorfall hatte keine Auswirkungen außerhalb des Werks oder auf die Umwelt. In seiner Belegschaft verzeichnete WACKER in der Berichtsperiode erneut keinen Arbeitsunfall mit tödlichem Ausgang.

Unser Schutzkonzept für Kompressoren haben wir im Berichtszeitraum weiter überprüft und im Bedarfsfall nachgerüstet. Diese Maßnahmen hatten wir auf Grund der Erkenntnisse aus der Explosion am Standort Charleston, USA, im Jahr 2017 veranlasst. Wir haben die Sicherheit von Rohrbrückenleitungen weiter verbessert – mit Schwerpunkt darauf, korrosionsgefährdete Rohrleitungen instand zu setzen sowie alle Rohrbrückenleitungen lückenlos zu kennzeichnen und zu dokumentieren.

WACKER Safety Plus

In unserem Sicherheitsprogramm WACKER Safety Plus (WSP) setzen wir erfolgreiche Sicherheitselemente von Standorten mit besonders niedrigen Unfallzahlen um. Dazu zählen Sicherheitsrundgänge, Gespräche mit den Mitarbeitern und Notfallübungen. Mit WACKER Safety Plus erkennen und vermeiden wir unsichere Handlungen – ob beim Bedienen von Anlagen, im Umgang mit Chemikalien, im Betrieb, im Büro oder auf dem Arbeitsweg.

Die Sicherheitskultur an den deutschen Standorten haben wir im Jahr 2019 mit vielfältigen Programmen gefördert, zum Beispiel „Ordnung und Sauberkeit“, „Vermeiden von Ablenkung durch Mobiltelefone“ und „Betriebsblindheit vermeiden durch Rundgänge mit Betriebsfremden“. Wir haben überprüft, wie wichtige Sicherheitsregelungen in der Praxis an den deutschen Standorten umgesetzt werden und Regeln zur Erstellung von Arbeitsfreigaben aktualisiert. Für Unfallgefahren durch Smartphone-Nutzung am Steuer beim Autofahren haben wir unsere Mitarbeiter mit der Kampagne „BeSmart!“ sensibilisiert.

Sicherheitstage führen wir regelmäßig als fokussierte Informations- und Motivationsveranstaltungen für Mitarbeiter durch. Unsere Standorte in Pilsen, Tschechien, Nanjing, China, sowie Adrian und Charleston, USA, haben im Jahr 2019 solche Safety Days organisiert. Mit virtuellen Seminaren haben wir im Pandemiejahr 2020 den Blick der Mitarbeiter für Sicherheitsrisiken geschärft und Maßnahmen zur Unfallverhütung vermittelt. Nach 20 unfallfreien Jahren wurde das Werk Ulsan, Südkorea, im Jahr 2020 von der KOSHA (Korea Occupational Safety & Health Agency) ausgezeichnet.

Für eine neue Online-Standortunterweisung hat WACKER einen eLearning-Award erhalten. Die Standorte in Deutschland bieten ihren Partnerfirmen eine moderne und zeitgemäße Online-Standortunterweisung im Internet unter www.wacker.com/site-safety. Seit Ende 2020 steht die Unterweisung in sieben Sprachen zur Verfügung. Wir arbeiten an weiteren Sprachversionen.

Schutz gegen die Ausbreitung des Coronavirus

Ein Schwerpunkt lag im Jahr 2020 darauf, Schutzmaßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus zu entwickeln und an den Standorten zu umzusetzen. In Krisenstäbe arbeiten wir daran, abgestimmt, schnell, pragmatisch und zuverlässig die Geschäftsprozesse am Laufen zu halten. Priorität haben dabei die Gesundheit der Mitarbeiter sowie die Aufrechterhaltung der Produktion, um unsere Kunden verlässlich zu beliefern.

Frühzeitig haben wir verbindliche Regeln und Maßnahmen eingeführt, beispielsweise Hygiene- und Abstandsregeln und das Verbot von Dienstreisen in Risikogebiete. Alle Mitarbeiter, denen es durch ihre Tätigkeit möglich ist, arbeiten zum Schutz gegen das Coronavirus von zu Hause aus. In Bereichen, die für das Funktionieren unserer Verbundstruktur besonders wichtig sind und in denen arbeitsbedingt der notwendige Abstand zu den Kollegen nicht eingehalten werden kann, tragen die Mitarbeiter Schutzmasken. Diese Maßnahmen haben sich bewährt: Die Zahl der am Coronavirus erkrankten Mitarbeiter im Konzern blieb im Berichtsjahr 2020 niedrig.