Nachhaltigkeitsbericht 2019/2020

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Creating tomorrow’s solutions

Produkte

Neues Ziel

90 Prozent unserer Produkte sollen einen neutralen oder positiven Nachhaltigkeitsbeitrag gemäß den Kriterien von WACKER Sustainable Solutions leisten.

Unternehmenseinheit: Konzern
Termin: 2030

Zukünftige Themen

Produktsicherheit

Auch im kommenden Berichtszeitraum setzen wir Schwerpunkte auf

  • die fristgerechte Registrierung von Stoffen unter REACH und die Aktualisierung von Registrierungsdossiers;
  • die Umsetzung der „Global Product Strategy“ (GPS) des Weltchemieverbandes ICCA durch Veröffentlichung der GPS Safety Summaries für alle relevanten unter REACH registrierten Stoffe.

Ein weiterer regulativer Schwerpunkt sind chemische Nanomaterialien. Die Zahl nationaler Register, in denen Nanomaterialien erfasst werden, nimmt zu und wird den administrativen Aufwand für auf diesem Markt tätige Unternehmen weiter steigern.

Mit dem Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union endet die Gültigkeit bisheriger REACH-Registrierungen in dieser Region. Deshalb hat Großbritannien ein eigenes System zur Regulierung von Chemikalien entwickelt und in Kraft gesetzt, das den Verordnungen der EU weitgehend entspricht. Alle chemischen Stoffe, die in chemischen Produkten enthalten sind, sind nun eigens unter dem neuen System zu registrieren.

Produkte

Wir arbeiten daran, unsere Strategie zur Kreislaufwirtschaft im Konzern zu etablieren und richten uns dabei an drei Eckpfeilern aus:

  • erneuerbare Rohstoffquellen
  • Produktionskreisläufe
  • Materialkreisläufe

WACKER POLYMERS und WACKER SILICONES planen im Jahr 2021, die Ökobilanzdaten ihrer Produkte zu aktualisieren.

Mit unserer Nachhaltigkeitsstrategie SustainaBalance® streben wir das Ziel an, im Jahr 2050 klimaneutral zu sein.

Forschung und Entwicklung

Strategische Konzern-Schlüsselprojekte stehen weiter im Fokus unserer Forschungs- und Entwicklungsarbeit. WACKER plant, im Jahr 2021 für diese Projekte elf Prozent (2020: zehn Prozent) des F&E-Budgets aufzuwenden. Schwerpunkte unserer Forschungs- und Entwicklungsarbeit sind die Zukunftsfelder Energie, Elektronik, Automobil, Medizin, Consumer Care, Biotechnologie und Bauanwendungen. Besonderes Augenmerk legen wir auf effizienten Energieeinsatz, Energiespeicherung und Erzeugung regenerativer Energie.

WACKER BIOSOLUTIONS arbeitet daran, sein Produktportfolio mit humanen Milch-Oligosacchariden (HMOs) für Babynahrung und andere Anwendungsbereiche zu erweitern. Unsere zentrale Forschung entwickelt Verfahren, um HMOs biotechnologisch zu produzieren.

WACKER hat im ersten Quartal 2021 den Pharma-Auftragsherstellers Genopis Inc. von Helixmith Co Ltd. und Medivate Partners LLC (beide in Seoul, Südkorea) übernommen und in Wacker Biotech US Inc. umbenannt. Das Unternehmen betreibt in San Diego/Kalifornien, USA, eine Fermentationslinie und verfügt über umfassende Erfahrungen in der Herstellung von Plasmid-DNA (pDNA) nach den Qualitätsrichtlinien der Good Manufacturing Practice (GMP). WACKER und Helixmith planen eine Zusammenarbeit bei der Produktion einer pDNA-Gentherapie zur Behandlung von Diabetischer Peripherer Neuropathie (DPN). Dieses von Helixmith entwickelte Präparat VM202 wird derzeit klinisch erprobt.

RHYME Bavaria

Zur Herstellung von grünem Wasserstoff und erneuerbarem Methanol am Standort Burghausen hat die Wacker Chemie AG einen Förderantrag bei der Europäischen Kommission eingereicht. Das Projekt RHYME Bavaria (Renewable HYdrogen and MEthanol) beinhaltet, dass WACKER eine Elektrolyseanlage mit einer Leistung von 20 Megawatt errichtet. Wasserstoff soll darin aus Wasser mit Hilfe von Strom aus erneuerbaren Quellen produziert werden. Ein weiterer Baustein des Projekts ist eine Syntheseanlage, in der Wasserstoff mit Kohlendioxid aus bestehenden Produktionsprozessen zu erneuerbarem Methanol weiterverarbeitet wird. Sowohl Wasserstoff als auch Methanol sind wichtige Grundstoffe beispielsweise für Silicone. Im Vergleich zu bestehenden Herstellungsprozessen mit fossil-basiertem Methanol ließen sich die CO2-Emissionen mit den neuen Verfahren signifikant senken.

WACKER startet mit erneuerbarem Wasserstoff die Defossilisierung von Produktionsprozessen

Biotechnologie
Biotechnologische Verfahren nutzen lebende Zellen oder Enzyme zur Stoffumwandlung und Stoffproduktion. Je nach Anwendung wird zwischen roter, grüner und weißer Biotechnologie unterschieden: Rote Biotechnologie: medizinisch-pharmazeutische Anwendung. Grüne Biotechnologie: landwirtschaftliche Anwendung. Weiße Biotechnologie: biotechnologisch basierte Produkte und Industrieprozesse, z.B. in der Chemie sowie der Textil- und Lebensmittelbranche.
Kohlendioxid
Chemisch: CO2. Das Gas ist mit einer Konzentration von ca. 0,04 Prozent ein natürlicher Bestandteil der Luft. Kohlendioxid entsteht bei der Verbrennung von Kohle, Erdgas und anderen organischen Substanzen. In der Atmosphäre trägt es als Treibhausgas zur globalen Erwärmung bei. Seit Beginn der Industrialisierung anno 1850 ist sein Anteil in der Luft von ca. 300 auf jetzt 390 ppm (Teilchen pro Mio.) gestiegen; dieser Wert nimmt jährlich um etwa zwei ppm zu. Andere Treibhausgase werden gemäß ihrem Treibhauseffekt in CO2-Äquivalenten (CO2e) dargestellt.
Silicone
Sammelbegriff für Verbindungen von organischen Molekülen mit Silicium. Nach ihren Anwendungsgebieten lassen sich Silicone in Öle, Harze und Kautschuke einteilen. Silicone zeichnen sich durch eine Vielzahl herausragender Stoffeigenschaften aus. Typische Einsatzgebiete sind: Bau, Elektrik und Elektronik, Transport und Verkehr, Textilausrüstung und Papierbeschichtung.