Vergleich des tatsächlichen mit dem prognostizierten Geschäftsverlauf
WACKER hat Anfang des Jahres 2025 prognostiziert, im Gesamtjahr einen Umsatz zwischen 6,1 Mrd. € und 6,4 Mrd. € zu erzielen. Die EBITDA-Marge sollte auf Vorjahresniveau liegen, das EBITDA wurde zwischen 700 Mio. € und 900 Mio. € erwartet. Der ROCE sollte ebenfalls das Vorjahresniveau erreichen. Der Netto-Cashflow wurde positiv und deutlich über dem Vorjahresniveau erwartet. Die Investitionen sollten deutlich unter dem Vorjahresniveau liegen. Für das Jahr 2025 hat WACKER mit einer Nettoverschuldung auf Vorjahresniveau gerechnet.
Am 18. Juli 2025 hat WACKER vorläufige Zahlen für das 2. Quartal 2025 vorgelegt und die Jahresprognose angepasst. Für das Gesamtjahr erwartete das Unternehmen nun einen Konzernumsatz in der Bandbreite zwischen 5,5 Mrd. € und 5,9 Mrd. €. Die Erwartungen für das EBITDA wurden auf 500 bis 700 Mio. € angepasst. Die EBITDA-Marge wurde nun deutlich unter dem Niveau des Vorjahres erwartet. Mit der Veröffentlichung der Quartalszahlen für das 2. Quartal 2025 teilte WACKER zudem mit, dass der ROCE deutlich unter dem Vorjahresniveau und der Netto-Cashflow in etwa ausgeglichen erwartet werde. Die Investitionen würden voraussichtlich deutlich unter dem Vorjahresniveau liegen und sich gleichzeitig auf dem Niveau der Abschreibungen bewegen. Das Unternehmen rechnete nun zudem mit einer deutlich höheren Nettofinanzverschuldung als im Vorjahr.
Mit Veröffentlichung der Zahlen für das 3. Quartal 2025 hat WACKER seine Erwartungen für das Gesamtjahr konkretisiert: Der Konzernumsatz des Geschäftsjahres 2025 wurde nun voraussichtlich am unteren Ende der erwarteten Bandbreite von 5,5 Mrd. € bis 5,9 Mrd. € erwartet. Beim EBITDA ging das Unternehmen für das Gesamtjahr nun von einem Wert in der unteren Hälfte der erwarteten Bandbreite von 500 Mio. € bis 700 Mio. € vor Sonderaufwendungen aus. Zudem rechnete WACKER nun mit einem negativen Netto-Cashflow, der aber deutlich über dem des Vorjahres liegen sollte. Außerdem erwartete das Unternehmen ein negatives Jahresergebnis, das deutlich unter dem des Vorjahres liegen würde. Für die übrigen Finanzkennzahlen nahm WACKER keine weitere Konkretisierung vor.
WACKER schließt Geschäftsjahr 2025 mit Umsatz und EBITDA unter dem Vorjahresniveau ab
Wie in der angepassten Prognose erwartet sind Umsatz und Ergebnis im Geschäftsjahr 2025 im Vergleich zum Vorjahr zurückgegangen. WACKER hat einen Umsatz in Höhe von 5,49 Mrd. € erzielt (2024: 5,72 Mrd. €). Das sind 4,1 Prozent weniger als im Vorjahr. Damit liegt der Umsatz unter der prognostizierten Bandbreite. Ausschlaggebend dafür waren insbesondere Währungseffekte sowie niedrigere Absatzpreise. Geringere Absatzmengen wirkten ebenfalls negativ. Das EBITDA lag mit 426,7 Mio. € um 42,6 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Enthalten sind hier Sonderaufwendungen für Restrukturierung in Höhe von 102,6 Mio. €, die im Rahmen des laufenden Kostenprojekts PACE angefallen sind. Damit lag das EBITDA vor Sonderaufwendungen mit 529,3 Mio. € in der unteren Hälfte der zuletzt prognostizierten Bandbreite von 500 Mio. € bis 700 Mio. €. Gründe für den Rückgang des EBITDA waren neben den geringeren Absatzmengen und niedrigeren Preisen eine niedrigere Auslastung der Produktionsanlagen. Die Energiekosten in Deutschland, die im internationalen Vergleich weiterhin nicht wettbewerbsfähig sind, haben sich zusätzlich negativ ausgewirkt.
Die EBITDA-Marge lag mit 7,8 Prozent wie zuletzt erwartet deutlich unter der des Vorjahres (2024: 13,0 Prozent). Maßgeblich für den Rückgang waren die oben genannten Effekte.
Der Netto-Cashflow lag 2025 bei -3,6 Mio. €, nach -326 Mio. € im Vorjahr. Entgegen der ursprünglichen Prognose vom März 2025 war er somit nicht positiv. Ursächlich hierfür war insbesondere das operative Ergebnis, das in der unteren Hälfte der prognostizierten Bandbreite lag. In der Prognose vom Juli 2025 war ein in etwa ausgeglichener Netto-Cashflow erwartet worden. Mit der Veröffentlichung der Zahlen zum 3. Quartal am 30. Oktober 2025 wurde die Prognose präzisiert und ein negativer, jedoch deutlich über dem Vorjahr liegender Netto-Cashflow erwartet. Der tatsächlich erzielte Netto-Cashflow entspricht somit den zuletzt kommunizierten Erwartungen. Grund für die deutliche Verbesserung des Netto-Cashflows gegenüber dem Vorjahr war vor allem eine deutliche Reduzierung des Vorratsvermögens.
Der ROCE war mit -3,1 Prozent deutlich geringer als im Vorjahr. Er lag somit nicht, wie im März 2025 erwartet, auf Vorjahresniveau, aber entsprach den Erwartungen der letzten Prognose vom Juli 2025. Die Abweichung von der ursprünglichen Prognose resultierte zum einen ebenfalls wieder aus dem operativen Ergebnis. Zum anderen haben sich die Restrukturierungsaufwendungen für PACE hier negativ ausgewirkt.
Die Investitionen beliefen sich im Geschäftsjahr 2025 auf 465,9 Mio. € und lagen damit wie erwartet deutlich unter dem Niveau des Vorjahres. Anders als prognostiziert lagen sie zugleich deutlich unter den Abschreibungen, die sich auf 606,4 Mio. € beliefen. Prognostiziert wurde für die Investitionen im März 2025, dass diese deutlich unter dem Niveau des Vorjahres und zugleich oberhalb der Abschreibungen liegen, die sich auf leicht über 500 Mio. € belaufen sollten. Im Juli 2025 wurden die Erwartungen zu den Investitionen angepasst. Sie sollten nun deutlich unter dem Niveau des Vorjahres und zugleich auf dem Niveau der Abschreibungen liegen.
WACKER wies zum Jahresende eine Nettofinanzverschuldung in Höhe von 885,7 Mio. € aus. Im März 2025 ging WACKER davon aus, dass die Nettofinanzverschuldung auf Vorjahresniveau liegen würde. In der angepassten Prognose vom Juli 2025 gab das Unternehmen bekannt, dass es von einer deutlich höheren Nettoverschuldung als im Vorjahr ausgehe. Die tatsächliche Nettoverschuldung ist damit im Vergleich zum Vorjahr (2024: -690,6 Mio. €) wie zuletzt erwartet deutlich gestiegen.
Wichtige finanzielle Steuerungskennzahlen |
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Ergebnis 2025 |
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Prognose Juli 2025 |
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Prognose März 2025 |
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Ergebnis 2024 |
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EBITDA- Marge (%)1 |
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7,8 |
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deutlich unter Vorjahresniveau |
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auf Vorjahresniveau |
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13,0 |
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EBITDA (Mio. €)1 |
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426,7 |
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500 – 700 |
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700 – 900 |
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743,6 |
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Im EBITDA / EBIT enthalten: Restrukturierungsaufwendungen |
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-102,6 |
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– |
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– |
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– |
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ROCE (%) |
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-3,1 |
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deutlich unter Vorjahr |
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auf Vorjahresniveau |
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5,0 |
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Netto-Cashflow (Mio. €) |
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-3,6 |
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in etwa ausgeglichen |
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positiv, deutlich über Vorjahr |
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-326,0 |
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Ergänzende finanzielle Steuerungskennzahlen |
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Umsatz (Mio. €) |
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5.485,3 |
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5.500 – 5.900 |
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6.100 – 6.400 |
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5.721,8 |
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Investitionen (Mio. €)2 |
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465,9 |
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deutlich unter Vorjahr, auf Niveau der Abschreibungen |
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deutlich unter Vorjahr, oberhalb der Abschreibungen |
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709,4 |
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Nettofinanzschulden (Mio. €) |
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-885,7 |
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deutlich höher als im Vorjahr |
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auf Vorjahrsniveau |
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-690,6 |
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Abschreibungen (Mio. €)3 |
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606,4 |
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über 500 |
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über 500 |
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472,7 |
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