Wertorientiertes Management ist zentraler Bestandteil der Unternehmenspolitik
Wertorientiertes Management ist ein zentraler Bestandteil unserer Unternehmenspolitik. Es dient dazu, den Unternehmenswert langfristig und nachhaltig zu steigern. Bei der Steuerung unterscheiden wir Performance- und Budgetgrößen. Die Performancegrößen dienen der finanziellen Steuerung des Unternehmens. Zu den Performancegrößen gehören die EBITDA-Marge und der ROCE. Die EBITDA-Marge als Zielgröße zeigt den Erfolg des Unternehmens im Vergleich zum Wettbewerb und der ROCE die Kapitalrentabilität. Weiter werden die Budgetgrößen EBITDA und Netto-Cashflow zur Steuerung verwendet. Zusätzlich zu diesen Kennzahlen wird der BVC (Business Value Contribution) als reine Budgetgröße in das variable Vergütungssystem der Mitglieder des Vorstands einbezogen. Für die Kommunikation mit dem Kapitalmarkt ist die EBITDA-Entwicklung die anerkannt wichtigste finanzielle Steuerungskennzahl.
Wichtige finanzielle Steuerungskennzahlen für den WACKER Konzern
Die wichtigsten finanziellen Steuerungskennzahlen für das Wertmanagement sind im Geschäftsjahr 2025 folgende:
die EBITDA-Marge (EBITDA, bezogen auf den Umsatz): Wir vergleichen die historische Performance mit der Planung und dem Wettbewerb und berechnen daraus eine Ziel-EBITDA-Marge. Für den Konzern ermitteln wir die Zielmarge als gewichteten Durchschnitt der Geschäftsbereiche.
der ROCE, also die Rendite auf das eingesetzte Kapital bzw. der Return on Capital Employed. Der ROCE ist definiert als Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) dividiert durch das eingesetzte Kapital. Die Summe der langfristigen betriebsnotwendigen Vermögenswerte und des Working Capital bildet das eingesetzte Kapital (Capital Employed). Das Capital Employed des jeweiligen Geschäftsjahres ermittelt sich aus dem Durchschnitt der vier vorangegangenen Quartale. Aufsatzpunkt bildet das 4. Quartal des Vorjahres. Mit dem ROCE wird deutlich, wie profitabel das für den Geschäftsbetrieb notwendige Kapital genutzt wird.
das EBITDA (Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen): Es zeigt die operative Leistungsfähigkeit des Unternehmens vor Kapitalaufwand. Den Geschäftsbereichen geben wir absolute EBITDA-Zielwerte vor. Um den Kapitalkosten Rechnung zu tragen, setzen wir für die interne Budgetvorgabe den BVC (Business Value Contribution) ein. Zur Berechnung des BVC werden die Kapitalkosten sowie nicht operative Faktoren wie Restrukturierungsaufwendungen vom EBIT abgezogen.
der Netto-Cashflow (definiert als Summe aus Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit und aus langfristiger Investitionstätigkeit vor Wertpapieren). Der Netto-Cashflow zeigt, ob der laufende Geschäftsbetrieb und die notwendigen Investitionen aus der eigenen operativen Tätigkeit finanziert werden können. WACKER hat das Ziel, einen nachhaltig positiven Netto-Cashflow zu erreichen. Die wesentlichen Einflussgrößen auf den Netto-Cashflow sind neben der Profitabilität ein effektives Management des Nettoumlaufvermögens sowie die Höhe der Investitionen.
Bei den Steuerungskennzahlen ergaben sich im Geschäftsjahr 2025 Anpassungen infolge von Änderungen von Rechnungslegungsmethoden. Das Beteiligungsergebnis wurde in das Finanzergebnis umgegliedert und ist damit nicht mehr Bestandteil der EBITDA-Marge, des ROCE sowie des EBITDA. Weitere Angaben finden sich im Abschnitt „Änderung von Rechnungslegungsmethoden“ im Konzernanhang. Darüber hinaus wurden bei der Ermittlung des BVC ab dem Geschäftsjahr 2025 Restrukturierungsaufwendungen erstmals als nicht operative Faktoren eliminiert.
Ergänzende finanzielle Steuerungskennzahlen
Die wichtigsten finanziellen Steuerungskennzahlen ergänzen wir durch weitere Steuerungskennzahlen, die uns Informationen geben über die Umsatz- und Liquiditätsentwicklung sowie über die Verschuldung des Konzerns.
Zu den ergänzenden finanziellen Steuerungskennzahlen gehören:
der Umsatz: Profitables Wachstum ist ein wichtiger Faktor für die langfristige Steigerung unseres Unternehmenswerts und ein wesentlicher Treiber für eine positive Cashflow-Entwicklung.
die Investitionen: Im Rahmen unserer Mittelfristplanung legen wir Investitionsschwerpunkte und das Investitionsbudget fest. Die Investitionen enthalten keine Nutzungsrechte der Leasingbilanzierung.
die Nettofinanzschulden: Wir definieren die Nettofinanzschulden als den Saldo aus lang- und kurzfristigen Finanzschulden und der vorhandenen Liquidität, bestehend aus Wertpapieren, Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten.
Entwicklung der wichtigsten finanziellen Steuerungskennzahlen im Jahr 2025
EBITDA-Marge: Für das Jahr 2025 haben wir eine EBITDA-Marge auf Vorjahresniveau erwartet. Tatsächlich erreicht haben wir eine EBITDA-Marge im Konzern von 7,8 Prozent. Die EBITDA-Marge blieb bedingt durch die niedrigen Preise und einen Mengenrückgang sowie eine teilweise geringere Anlagenauslastung deutlich hinter den Erwartungen zurück. Eine ungünstige EUR / USD-Wechselkursentwicklung belastete die Marge zusätzlich.
Mio. € |
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Ist 2025 |
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Prognose Juli 2025 |
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Prognose März 2025 |
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2024 |
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EBITDA-Marge (%)1 |
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7,8 |
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deutlich unter Vorjahresniveau |
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auf Vorjahresniveau |
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13,0 |
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EBITDA1 |
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426,7 |
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500 – 700 Mio. € |
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700 – 900 Mio. € |
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743,6 |
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Im EBITDA / EBIT enthalten: Restrukturierungsaufwendungen |
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-102,6 |
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– |
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– |
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– |
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ROCE (%) |
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-3,1 |
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deutlich unter Vorjahresniveau |
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auf Vorjahresniveau |
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5,0 |
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Netto-Cashflow |
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-3,6 |
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in etwa ausgeglichen |
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positiv, deutlich über Vorjahresniveau |
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-326,0 |
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EBITDA: Für das Jahr 2025 hatte WACKER zunächst ein EBITDA zwischen 700 und 900 Mio. € (2024: 743,6 Mio. €) erwartet. Im Juli hat das Unternehmen die Prognose auf eine Bandbreite zwischen 500 und 700 Mio. € angepasst. Grund dafür waren das insgesamt schwache Marktumfeld und der daraus bereits in der 1. Jahreshälfte resultierende Umsatz- und Preisrückgang sowie eine teilweise geringere Anlagenauslastung. Darüber hinaus wirkte sich die ungünstige Entwicklung der EUR / USD-Wechselkurse negativ aus. Im Bereich Polysilicium hatte WACKER zudem erwartet, dass sich im Jahresverlauf die handelspolitischen Unsicherheiten auf dem US-Markt für Solar-Polysilicium auflösen und die Nachfrage sich erholen würde. Diese Entwicklung ist jedoch ausgeblieben. Die Energiekosten in Deutschland, die im internationalen Vergleich weiterhin nicht wettbewerbsfähig sind, haben sich zusätzlich negativ ausgewirkt. Die im Juli abgegebene Prognose basierte bereits auf der neuen EBITDA-Definition infolge der Umgliederung des Beteiligungsergebnisses in das Finanzergebnis. Da auch mit Beginn des 3. Quartals keine Erholung zu verzeichnen war, hat WACKER mit Veröffentlichung der Zahlen zum 3. Quartal seine Erwartung in der unteren Hälfte der erwarteten Bandbreite von 500 bis 700 Mio. € konkretisiert. Am Ende des Geschäftsjahres summierte sich das EBITDA auf 426,7 Mio. €. Belastet wurde das Ergebnis von Sonderaufwendungen für Restrukturierung in Höhe von 102,6 Mio. €, die im Rahmen des Kostenprojekts PACE angefallen sind. Vor Sonderaufwendungen für Restrukturierung ergibt sich ein EBITDA in Höhe von 529,3 Mio. €, welches wie erwartet in der unteren Hälfte der prognostizierten Bandbreite liegt. Die Diskrepanz zwischen der ursprünglichen Prognose und dem erzielten Resultat ist auf die beschriebenen Effekte zurückzuführen.
Mio. € |
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2025 |
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2024 |
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EBIT1 |
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-179,7 |
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270,9 |
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Capital Employed2 |
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5.743,0 |
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5.421,6 |
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ROCE3 (%) |
|
-3,1 |
|
5,0 |
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Kapitalkosten vor Steuern (%) |
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9,9 |
|
9,9 |
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BVC4 |
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-536,2 |
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-244,2 |
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ROCE: Im März 2025 ging WACKER von einem ROCE auf Vorjahresniveau für das Geschäftsjahr aus. Diese Prognose hat das Unternehmen im Rahmen der Veröffentlichung des Ergebnisses zum 2. Quartal auf „deutlich unter Vorjahresniveau“ revidiert. Erreicht hat WACKER im Jahr 2025 einen ROCE von -3,1 Prozent. Ursächlich für den Rückgang waren die oben beschriebenen Effekte, die zu einem geringeren EBIT führten.
Netto-Cashflow: In der Prognose im März 2025 wurde ein positiver, deutlich über Vorjahresniveau liegender Netto-Cashflow erwartet. Im Juli 2025 kommunizierte WACKER, dass das Unternehmen mit einem in etwa ausgeglichenen Netto-Cashflow rechne. Im Oktober 2025 hat WACKER die Prognose für die Kennzahl erneut angepasst. Erwartet wurde nun ein negativer Netto-Cashflow, der aber deutlich über Vorjahresniveau liegen sollte. Im Geschäftsjahr 2025 hat WACKER tatsächlich einen Netto-Cashflow von -3,6 Mio. € erzielt, der damit deutlich über dem Wert des Jahres 2024 (-326,0 Mio. €) lag. Grund für die Verbesserung war vor allem eine signifikante Reduzierung des Vorratsvermögens. Die Abweichung zwischen der ursprünglichen Prognose und dem erzielten Resultat ist auf das geringere operative Ergebnis zurückzuführen.