Geschäftsbericht 2025

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Branchenspezifische Rahmenbedingungen

WACKER geht davon aus, dass die wirtschaftliche Entwicklung in den für unser Geschäft bedeutenden Branchen auch im Jahr 2026 unter dem Einfluss der Folgen von geopolitischen Verwerfungen stehen wird. Das weiterhin hohe Energiepreisniveau in Deutschland und eine schwache Nachfrage führen voraussichtlich zu einer insgesamt schwächeren Industrieproduktion. Politische Unsicherheiten bremsen weiterhin Konsum und Investitionen.

Chemische Industrie steht weiter vor Herausforderungen

Der Verband der Chemischen Industrie (VCI) geht für 2026 von einem anhaltenden Preis- und Kostendruck aus und erwartet, dass die Geschäfte weiterhin durch geoökonomische Unsicherheiten belastet werden. Der globale Wettbewerb werde sich weiter verschärfen, da die chinesischen Überkapazitäten im Bereich der chemischen Grundstoffe weiter auf die Preise drückten. Die US-Zollpolitik werde den Marktzugang weiter erschweren. Als globale Grundtendenz prognostiziert der Verband ein moderates Wachstum von 2,3 Prozent, wobei sich auch im kommenden Jahr eine regionale Spreizung zeigen werde. Für Europa (EU) rechnet der VCI mit einem Rückgang um 0,5 Prozent, für die USA mit einem Wachstum um 1,5 Prozent. China dürfte mit 6,0 Prozent weiterhin die kräftigsten Zuwachsraten ausweisen, wenngleich die Dynamik in Chinas Industrie rückläufig ist.

Für Deutschland prognostiziert der VCI für die gesamte chemisch-pharmazeutische Industrie Stagnation im Jahr 2026. Bei reiner Betrachtung der Chemiebranche erwartet er einen Produktionsrückgang um 1 Prozent und bei weiter sinkenden Preisen Umsatzeinbußen von rund 2 Prozent. Währungseffekte könnten zudem das Exportgeschäft belasten. Eine Mitgliederumfrage ergab, dass jedes zweite Unternehmen über Auftragsmangel klagt: Seit 2021 seien die Auftragseingänge im In- und Ausland über 20 Prozent eingebrochen. Laut VCI‑Umfrage planen 20 Prozent der Firmen Verlagerungen oder Stilllegungen, 10 Prozent erwägen Standortschließungen. Rund 75 Prozent der Unternehmen haben Kostensenkungsprogramme beschlossen, deren Auswirkungen sich ab 2026 zeigen dürften.

Aufgrund der anhaltenden Unsicherheiten bestehen auch für die Chemiebereiche von WACKER Risiken. Die aktuell schwächere Nachfrage in einigen Bereichen, wie etwa in der Bauindustrie oder der Automobilbranche, und der zunehmende Wettbewerbsdruck, vor allem durch Anbieter aus dem asiatischen Raum, haben negative Auswirkungen auf das Geschäft. Um der angespannten Geschäftslage zu begegnen, hat WACKER im 4. Quartal 2025 ein Projekt gestartet, um signifikant Kosten im Produktionsumfeld und in der Verwaltung zu sparen.

Die langfristigen Wachstumstrends für unser Geschäft sind jedoch weiterhin intakt. Die Stärke unseres breiten Produktportfolios hat sich in den Krisen der vergangenen Jahre bereits bewährt. Mittelfristig ergeben sich für uns in allen Regionen Wachstumschancen durch Innovationen entlang der aktuellen Megatrends, wie zum Beispiel der fortschreitenden Digitalisierung. Der steigende Wohlstand in den Schwellenländern sorgt dafür, dass wir in Ländern wie China und Indien sowie in der Region Südostasien unsere Umsätze voraussichtlich weiter erhöhen werden. Auch die steigende Nachfrage nach nachhaltigen Produkten eröffnet WACKER weitere Wachstumschancen. WACKER hat viele höherwertige Produkte im Portfolio, die von neuen Käuferschichten nachgefragt werden. Das führt zu einem höheren Bedarf unserer Industriekunden. Ein Teil unseres Produktportfolios wird zudem in hochautomatisierten industriellen Fertigungsprozessen eingesetzt.

Belebung der Bauwirtschaft für 2026 erwartet

Das weltweite Bauvolumen wird sich im Jahr 2026 nach Prognosen des Marktforschungsinstituts B+L Marktdaten GmbH erhöhen. Für den Wohnbau scheint die Talsohle durchschritten: Das Marktforschungsinstitut rechnet erstmals seit Jahren wieder mit einem Plus von 1,9 Prozent weltweit im Vergleich zum Vorjahr. Das Wachstum wird jedoch regional unterschiedlich stark ausfallen. Für die asiatischen Märkte wird im Jahr 2026 mit dem vergleichsweise größten Wachstumsschub des Bauvolumens im Bereich Wohngebäude gerechnet. Auch für Südamerika und die Region Naher Osten / Afrika prognostiziert B+L einen soliden Zuwachs. In Westeuropa und Osteuropa wird sich nach den herausfordernden Vorjahren eine positive Entwicklung zeigen. Für Nordamerika erwartet die B+L hingegen eine rückläufige Entwicklung. Neubau und Bestandsmaßnahmen werden dabei auf globaler Ebene nach Prognosen von B+L vergleichbare Wachstumsraten zeigen.

Wachstumsrate der weltweiten Bauleistungen bei Wohngebäuden (Neubau und Bestand) nach Regionen 2026

%

 

Ausblick 2026

 

 

 

Weltweit

 

1,9

Asien

 

3,7

Westeuropa

 

1,5

Nordamerika

 

-1,2

Naher Osten / Afrika

 

2,9

Osteuropa

 

2,0

Südamerika

 

3,4

Quelle B+L Marktdaten GmbH, Global Building Monitor, Stand 01/2026

International auseinandergehende Entwicklungen in der Automobilbranche erwartet

Der Verband der Automobilindustrie (VDA) erwartet für 2026 eine verhaltene Dynamik in den internationalen Pkw-Märkten und geht von einem moderaten Wachstum bei den Produktionseinheiten in Europa und China aus. In Europa bleiben die Neuzulassungen voraussichtlich trotz der Steigerung deutlich hinter dem Vorkrisenniveau von 2019 zurück. In den USA hingegen wird mit einem Rückgang der Produktion gerechnet, welche unter anderem auf Kostensteigerungen und zunehmenden Protektionismus zurückzuführen ist. Laut VDA bleibt die Elektromobilität in Deutschland Wachstumstreiber – vorausgesetzt, die geplante neue Förderung der Bundesregierung wird 2026 zügig und administrativ klar umgesetzt. Deutschland bleibt nach Einschätzung des Verbandes weltweit zweitgrößter Produktionsstandort für E‑Autos. Beim Pkw-Export deutscher Hersteller aus deutschen Werken wird für 2026 insgesamt ein leichter Rückgang um 1 Prozent auf 3,14 Millionen Fahrzeuge prognostiziert. Die Auslandsproduktion deutscher Konzernmarken dürfte laut VDA um 1 Prozent auf 9,2 Millionen Fahrzeuge steigen. Bei den Pkw-Neuzulassungen geht der VDA für 2026 weiterhin von einem moderaten Plus aus. Der deutsche Pkw-Markt wird sich im Jahr 2026 damit nicht wesentlich erholen. Grund ist unter anderem die gesamtwirtschaftliche Schwäche.

Halbleiterindustrie weiterhin Wachstumsmarkt

Die World Semiconductor Trade Statistics Organisation (WSTS) erwartet für das Jahr 2026 einen Umsatzanstieg in der Halbleiterindustrie um 26 Prozent. WSTS geht von einem globalen Marktvolumen von etwa 975 Mrd. US-$ aus. Je nach Segment werden sehr unterschiedliche, positive Entwicklungen erwartet. Weiterhin zweistellige Prozentzuwächse werden vor allem im Bereich der Speicher- und Logik-Chips, die auch für KI-Anwendungen benötigt werden, prognostiziert. Den Umsatz für dieses Segment schätzt die WSTS im Jahr 2026 auf über 600 Mrd. US-$. Andere traditionelle Halbleitersegmente werden voraussichtlich mit einstelligen Raten wachsen. Der internationale Halbleiterverband Semiconductor Equipment and Materials International (SEMI) geht für 2026 von einem Wachstum der Silicium-Wafer-Lieferungen um 5 Prozent aus. Es wird erwartet, dass sich der starke Anstieg der Silicium-Wafer-Lieferungen auch über 2026 hinaus fortsetzen wird, um die steigende Nachfrage bei Chips für KI-Anwendungen zu bedienen. Darüber hinaus tragen neue Anwendungen in den Bereichen Advanced Packaging und High-Bandwidth-Memory-(HBM)-Produktion zum steigenden Bedarf an Silicium-Wafern bei.

Wichtige Abnehmerbranchen von WACKER

Branchen

 

Entwicklung 2025

 

Entwicklung 2026

 

 

 

 

 

Chemieindustrie

 

Wachstum

 

Wachstum

Bauindustrie (Wohngebäude)

 

Rückgang

 

Wachstum

Automobilbranche

 

Wachstum

 

Wachstum

Halbleiterindustrie

 

Wachstum

 

Wachstum