Ausblick auf das Geschäftsjahr 2026
Die wichtigsten Prämissen, die WACKER bei seiner Planung zugrunde legt, sind die Rohstoff- und Energiekosten, die Personalkosten und die Wechselkurse. Für das Jahr 2026 planen wir mit einem Wechselkurs des Euro zum US-Dollar von 1,20 (2025: 1,05). Wir gehen davon aus, dass die Energiekosten über dem Niveau des Vorjahres liegen werden. Die Durchschnittspreise unserer wichtigsten Rohstoffe erwarten wir leicht unter dem Niveau des Vorjahres. Die Versorgung mit Rohstoffen und Energie ist für das Jahr 2026 weitgehend gesichert.
Steuerungskennzahlen und Wertmanagement
Die wichtigsten Steuerungskennzahlen für den WACKER Konzern bleiben gegenüber dem Vorjahr unverändert.
Konzernumsatz 2026 mit Wachstum im niedrigen einstelligen Bereich
WACKER erwartet im Geschäftsjahr 2026 in Summe flache Absatzpreise und steigende Absatzmengen. Währungseffekte wirken sich negativ auf den Umsatz aus. Wir gehen davon aus, dass die Umsätze in Asien und Europa steigen werden, während wir für die Region Amerika kein Wachstum erwarten. Insgesamt rechnen wir mit einem Umsatzwachstum im niedrigen einstelligen Prozentbereich (2025: 5,49 Mrd. €).
Die tatsächliche Entwicklung des WACKER Konzerns und der Geschäftsbereiche kann aufgrund verschiedener Unsicherheiten und Risiken positiv wie auch negativ von unseren Annahmen abweichen. Zu den Faktoren, die solche Abweichungen verursachen können, gehören unter anderem Veränderungen im wirtschaftlichen Umfeld. Wir rechnen im Jahr 2026 mit in Summe flachen Absatzpreisen. Gleichzeitig gehen wir davon aus, dass wir in den Absatzmengen wachsen werden. Sollte es im Jahresverlauf zu einer Erholung der Konjunktur kommen, gibt es für WACKER weiteres Potenzial für höhere Absatzmengen.
Ausblick auf die wesentlichen Steuerungskennzahlen auf Konzernebene
So prognostizieren wir die wesentlichen Steuerungskennzahlen auf Konzernebene aus heutiger Sicht:
EBITDA-Marge und EBITDA: Die EBITDA-Marge wird im niedrigen zweistelligen Bereich erwartet. Das EBITDA liegt voraussichtlich in der Spanne von 550 bis 700 Mio. €.
ROCE: Der ROCE wird positiv, im niedrigen einstelligen Prozentbereich liegen.
Netto-Cashflow: Für das Jahr 2026 erwarten wir einen positiven Cashflow, der deutlich über dem Vorjahr liegt. Gründe für den Anstieg sind insbesondere deutlich niedrigere Investitionen als im Berichtsjahr sowie ein verbessertes operatives Ergebnis.
Ausblick auf ergänzende Steuerungskennzahlen auf Konzernebene
Investitionen: Im Jahr 2026 werden die Investitionen bei etwa 300 Mio. € liegen. Die Investitionen sind getrieben von der zukünftigen Kundennachfrage. Sie fließen unter anderem in einen Kapazitätsausbau der Wasserstoffreinigung für Halbleiter-Polysilicium in Burghausen sowie in den Kapazitätsausbau im Bereich Silicone in Burghausen und Karlsbad.
Nettofinanzschulden: Für das Jahr 2026 rechnen wir mit Nettofinanzschulden, die um einen niedrigen zweistelligen Prozentwert unter dem Niveau des Vorjahres liegen werden.
Umsatz- und EBITDA-Entwicklung der Geschäftsbereiche
Für den Geschäftsbereich Silicones erwarten wir für das Jahr 2026 in allen Regionen einen Umsatz auf dem Niveau des Vorjahres. Dabei gleichen höhere Absatzmengen und -preise negative Währungseffekte voraussichtlich aus. Wir rechnen mit einer EBITDA-Marge leicht über dem Vorjahresniveau.
Im Geschäftsbereich Polymers erwarten wir höhere Umsätze in Europa, während wir in Amerika und Asien mit niedrigeren Umsätzen rechnen. Auch hier werden höhere Absatzmengen und -preise von den negativen Währungseffekten aufgezehrt. Die EBITDA-Marge erwarten wir leicht über dem Niveau des Vorjahres.
Im Geschäftsbereich Biosolutions rechnen wir mit einem Umsatzwachstum im hohen einstelligen Bereich. Wir gehen weiterhin von einem anspruchsvollen Marktumfeld aus. Das EBITDA wird voraussichtlich bei rund 30 Mio. €. liegen.
Im Geschäftsbereich Polysilicon gehen wir für das Jahr 2026 von einem Umsatzanstieg im niedrigen zweistelligen Prozentbereich aus. Wir rechnen damit, dass die Absatzmengen im Bereich Halbleiter-Polysilicium deutlich steigen werden. Das Geschäft mit Solar-Polysilicium bleibt weiterhin herausfordernd. Das EBITDA erwarten wir auf dem Niveau des Vorjahres. Der höhere Umsatz sowie Effizienzmaßnahmen werden voraussichtlich von den höheren Energiekosten aufgezehrt. Diese Prognose enthält keine wesentlichen Effekte aus möglichen handelspolitischen Maßnahmen und basiert auf dem derzeitigen Status quo. Für weitere Einzelheiten wird auf die Abschnitte „US-Einfuhrzölle“ und „Handelsbeschränkungen Polysilicium“ im Risikobericht verwiesen.
Wichtige finanzielle Steuerungskennzahlen |
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Ist 2025 |
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Ausblick 2026 |
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EBITDA-Marge (%) |
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7,8 |
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niedriger zweistelliger Prozentbereich |
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EBITDA (Mio. €) |
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426,7 |
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550 – 700 |
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Im EBITDA / EBIT enthalten: Restrukturierungsaufwendungen |
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-102,6 |
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0 |
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ROCE (%) |
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-3,1 |
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im niedrigen einstelligen Prozentbereich |
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Netto-Cashflow (Mio. €) |
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-3,6 |
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positiv, deutlich über Vorjahr* |
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Ergänzende finanzielle Steuerungskennzahlen |
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Umsatz (Mio. €) |
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5.485,3 |
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Wachstum im niedrigen einstelligen Prozentbereich |
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Investitionen (Mio. €) |
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465,9 |
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etwa 300 |
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Nettofinanzschulden (Mio. €) |
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-885,7 |
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niedriger zweistelliger Prozentwert unter Vorjahresniveau |
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Künftige Dividende
Ziel ist es, rund die Hälfte des Konzern-Jahresüberschusses an die Anteilseigner auszuschütten, vorausgesetzt, die wirtschaftliche Situation erlaubt dies und die beschließenden Gremien stimmen zu.
Finanzierung
Die Grundzüge unserer Finanzpolitik behalten ihre Gültigkeit. Wir setzen auf ein starkes Finanzprofil mit einer soliden Kapitalstruktur und einem ausgewogenen Fälligkeitsprofil unserer Finanzschulden. Zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2025 verfügt WACKER über ungenutzte Kreditlinien mit einer Restlaufzeit von über einem Jahr in Höhe von 600 Mio. €.
Gesamtaussage des Vorstands zur voraussichtlichen Geschäftsentwicklung
Wir sehen eine Reihe von wirtschaftlichen Risiken für das Jahr 2026. Die globale Wirtschaftsentwicklung wird weiterhin durch Handelskonflikte, die Folgen des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine sowie geopolitische Konflikte im Nahen Osten beeinflusst. Im internationalen Vergleich weiterhin hohe Energiepreise belasten zudem Unternehmen in Europa. Konjunkturforscher gehen in ihren Prognosen davon aus, dass das Wachstum des globalen Bruttoinlandsprodukts (BIP) 2026 bestenfalls auf dem Niveau des Jahres 2025 liegen wird. Für unser Geschäft erwarten wir in diesem herausfordernden Marktumfeld leichtes Wachstum für das Jahr 2026. Wir rechnen mit einem Umsatzplus im niedrigen einstelligen Prozentbereich. In unseren Chemiebereichen gehen wir davon aus, dass der Umsatz trotz negativer Währungseffekte auf dem Niveau des Vorjahres liegen wird. In den Bereichen Biosolutions und Polysilicon rechnen wir mit Umsatzwachstum. Das EBITDA wird in der Spanne von 550 bis 700 Mio. € liegen. Die EBITDA-Marge erwarten wir im niedrigen zweistelligen Bereich.
WACKER wird für das zukünftige Wachstum in seinen Geschäftsbereichen im Jahr 2026 weiter investieren. Die Investitionen werden bei etwa 300 Mio. € und damit deutlich unter dem Niveau des Vorjahres liegen. Der Netto-Cashflow wird positiv sein und deutlich über dem Vorjahr liegen. Unsere Nettofinanzschulden werden voraussichtlich um einen niedrigen zweistelligen Prozentwert unter dem Niveau des Vorjahres liegen.
Bis zum Zeitpunkt der Abschlussaufstellung hat sich an unserer Einschätzung nichts geändert.