Geschäftsbericht 2025

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Creating tomorrow’s solutions

Ziele

Treibhausgasziele

WACKER bekennt sich klar zum Pariser Klimaschutzabkommen. Bei den freiwilligen Zielen zur Reduzierung von Treibhausgasen handelt es sich um sogenannte Science Based Targets (Business Ambition for 1,5 Degree Celsius), die im Einklang mit dem 1,5-Grad-Celsius-Ziel des Pariser Klimaschutzabkommens stehen. Sowohl die Ziele für 2030 als auch das Net-Zero-Ziel 2045 wurden von der unabhängigen Science Based Target initiative (SBTi) validiert. Die Ziele umfassen biogene Emissionen aus Landnutzung und Biomasse.

Eine Erhöhung der THG-Emissionen durch Wachstum und künftige Marktentwicklungen wurde bei der Zielsetzung berücksichtigt. Signifikante Änderungen (> 5 Prozent) wie zum Beispiel durch Akquisitionen erfordern nach SBTi eine Neuberechnung des Basiswertes. Im Jahr 2025 wurde eine Neuberechnung der Scope-3-Emissionen durchgeführt. Der Einfluss von Methanverlusten bei der Förderung und beim Transport von Erdgas und Erdöl war bisher in der Vorkette dieser Stoffe und der daraus hergestellten Rohstoffe nicht enthalten.

Dieses sogenannte „Methane Leakage“ wurde nun erstmals bei der Berechnung der Scope-3-Kategorien 1 und 3 berücksichtigt. Entsprechend wurden die Emissionen in diesen Kategorien für das Basisjahr 2020, für das Jahr 2024 sowie für das Zieljahr 2030 neu berechnet. Dadurch erhöhen sich die jeweiligen Werte.

Darüber hinaus wurde auch das Scope-1- und -2-Ziel im Hinblick auf die seit 2020 hinzugekommenen Standorte San Diego, Allentown (WSMI), Panagarh und Jining überprüft. Da sich die Emissionen der neu hinzugekommenen Standorte auf etwa 1 Prozent der Scope-1- und -2-Konzernemissionen 2020 belaufen, war eine Korrektur des Scope-1- und -2-Ziels nicht erforderlich. Basiswert für die Zielsetzung wurde im Berichtsjahr nicht verändert, da sich keine signifikante Änderung bezüglich Treibhausgasinventar oder Berechnungsmethodik ergeben hat.

Mittelfristiges Konzernziel: 50 Prozent Reduktion der absoluten Treibhausgasemissionen (Scope 1 und 2) bis 2030

Auf dem Weg zu Net Zero streben wir bis 2030 an, die absoluten Treibhausgasemissionen (Scope 1 und 2) im Konzern auf die Hälfte des Werts von 2020 zu senken. Das Ziel umfasst 100 Prozent der Scope-1- und Scope-2-Emissionen (marktbasiert). Eine Aufteilung des Zielwerts in Scope-1- und Scope-2-Emissionen ist aufgrund der Vielzahl von Produktionsprozessen und potenziellen Portfolioverschiebungen nicht möglich.

Mittelfristiges Konzernziel: 25 Prozent Reduktion der absoluten Treibhausgasemissionen (Scope 3, Kat. 1 und 3) bis 2030

WACKER verpflichtet sich außerdem, die absoluten Treibhausgasemissionen aus eingekauften Gütern und Dienstleistungen sowie brennstoff- und energiebezogenen Aktivitäten (Scope 3, Kategorie 1 und 3) ab 2020 bis 2030 um 25 Prozent zu reduzieren. Gemäß den Anforderungen der SBTi werden für das Ziel 87 Prozent der Emissionen der Kategorie 1 und 75 Prozent der Kategorie 3 berücksichtigt.

Langfristiges Konzernziel: Net Zero bis 2045

Entsprechend dem Corporate Net Zero Standard der SBTi verpflichtet sich WACKER, bis 2045 seine absoluten Treibhausgasemissionen (Bezugsgröße: 100 Prozent Scope-1- und Scope-2-Emissionen, marktbasiert) um 95 Prozent gegenüber 2020 zu reduzieren. Darüber hinaus verpflichtet sich WACKER, seine absoluten Treibhausgasemissionen (Bezugsgröße: 100 % Scope-3-Emissionen) im gleichen Zeitraum um 90 Prozent zu reduzieren. Die Erreichung von Net Zero erfolgt dann über eine Neutralisation von Restemissionen.

Status der Zielerreichung

Auf einer jährlichen Basis berechnen wir die Treibhausgasemissionen des WACKER Konzerns (Scope 1 bis 3) und vergleichen die Ergebnisse mit den durch unsere SBTi-Zielsetzung vorgegebenen Jahreszielen.

Die Zielerreichung der THG-Reduktionsziele für Scope 1 und 2 bzw. Scope 3 im Berichtsjahr sowie der Vergleich zum Vorjahr werden in der folgenden Tabelle dargestellt.

THG-Reduktionsziele

 

 

Rückblickend

 

Etappenziele und Zieljahre

 

 

Basisjahr (2020)

 

2024

 

2025

 

% 2025 /
2024

 

2026

 

2030

 

2045

 

Jährlich % des Ziels /
2020

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Scope-1- und Scope-2-THG-Bruttoemissionen (kt CO2e)1

 

3.626

 

2.529

 

2.054

 

-19

 

2.538

 

1.813

 

 

5,0

Scope-3 (Kat. 1 + 3)-THG-Bruttoemissionen (kt CO2e)1,2

 

5.768

 

4.673

 

4.020

 

-14

 

4.903

 

4.326

 

 

2,5

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Net Zero – Scope-1- und Scope-2-THG-Bruttoemissionen (kt CO2e)1

 

3.626

 

2.529

 

2.054

 

-19

 

 

 

181

 

3,8

Net Zero – Scope-3-THG-Bruttoemissionen (kt CO2e)1,2

 

8.271

 

7.186

 

6.381

 

-11

 

 

 

827

 

3,6

1

Berechnungsdetails gemäß SBTi, siehe Kapitel E1 – Ziele

2

Im Rahmen des Reviews des Scope-3-Zieles wurden das Basisjahr und das Jahr 2024 für die Kategorien 1 und 3 neu gerechnet, so dass sich hier Änderungen zu den im Geschäftsbericht 2024 angegebenen Zahlen ergeben (Summenwerte um 558kt für 2020 und 1.106kt für 2024).

Scope-1- und Scope-2-Reduktionsziel

Im Berichtsjahr liegen wir mit minus 43 Prozent der Emissionen deutlich über dem anvisierten linearen Reduktionspfad, der für 2025 eine Reduktion von 25 Prozent gegenüber 2020 vorsieht. Der starke Rückgang ist im Wesentlichen auf einen Volumeneffekt, d. h. eine geringe Anlagenauslastung zurückzuführen. Hinzu kommt ein Beitrag aus Effizienzmaßnahmen.

Scope-3-Reduktionsziel (Kat. 1 und 3)

Im Berichtsjahr liegen wir mit minus 14 Prozent der Emissionen deutlich unter dem des Vorjahrs. Zudem liegen wir mit einer Reduktion von gut 30 Prozent deutlich über dem anvisierten linearen Reduktionspfad, der für 2025 eine Reduktion von 12,5 Prozent gegenüber 2020 vorsieht.

Die deutliche Reduktion gegenüber 2020 führen wir auf unterschiedliche Effekte zurück, wie rückläufige Rohstoffmengen, geänderte Rohstoffmixe, den Einkauf von Rohstoffen mit geringerem CO2-Fußabdruck und einen CO2-ärmeren Strommix im Vergleich zum Basisjahr. Wir bewerten die deutliche Reduktion gegenüber dem Basisjahr noch nicht als finale Zielerreichung, da das Jahr hinsichtlich der Einkaufsmengen nicht repräsentativ war.

Energieziel

Als energieintensives Unternehmen hat die effiziente Nutzung von Energie für uns oberste Priorität. Sie ist zudem indirekt mit der Freisetzung von Treibhausgasen gekoppelt.

Im Berichtsjahr haben wir uns ein neues Energieziel gesetzt. Die bisherige Zielgröße des spezifischen Energieverbrauchs (Energiemenge pro Nettoproduktionsmenge) wurde stark durch Portfolioverschiebungen beeinflusst. Eine effektive Zielsteuerung wurde hierdurch deutlich erschwert. Um der Ausrichtung des Konzerns – weg von einem reinen Volumen-, hin zu einem Spezialitätengeschäft – Rechnung zu tragen, haben wir unser bisheriges Energieeffizienzziel umgestellt.

Mittelfristiges Konzernziel: Energieeinsparung durch Energieeffizienzmaßnahmen

Um die Energieeffizienz des Konzerns weiter zu steigern, haben wir uns freiwillig ein neues Ziel gesetzt:

Wir möchten zwischen 2020 und 2030 durchschnittlich 1,5 Prozent des jährlichen Energieverbrauchs durch Energieeffizienzmaßnahmen einsparen. Bezugsjahr ist dabei stets das aktuelle Berichtsjahr. Wenngleich das Ziel nicht wissenschaftsbasiert und ohne die Einbindung externer Stakeholder bestimmt wurde, so waren Aspekte der technischen Machbarkeit, Wirtschaftlichkeit sowie das enge Zusammenspiel mit unseren THG-Reduktionszielen Grundlage für die Bestimmung des Ziels.

Grundlage für die Berechnung der jährlichen Zielerreichung ist im Zähler die Summe der Energieeinsparungen der einzelnen umgesetzten Energieeffizienzmaßnahmen des jeweiligen Jahres. Dabei errechnet sich die Einsparung pro Maßnahme aus dem Vergleich der Energieverbräuche der Anlagen vor und nach Umsetzung der Maßnahme. Bezugsgröße (Nenner) ist die Summe aus den normierten Energieverbräuchen der Produktionsstandorte des entsprechenden Geschäftsjahres, welche etwa 90 Prozent des Gesamtenergieverbrauchs des WACKER Konzerns ausmachen, und der Summe der Energieeinsparungen durch die umgesetzten Energieeffizienzmaßnahmen (Wert des Zählers).

Zur Bestimmung der durchschnittlichen Zielerreichung bilden wir die Summe der jährlichen Ergebnisse in Prozent und teilen diese durch die Anzahl der Jahre seit dem Basisjahr.

Energieeffizienzmaßnahmen sind ein Beitrag zur Steuerung unseres absoluten Energieverbrauchs, welcher durch weitere Faktoren wie bspw. Volumen- oder Portfolioeffekte, Erweiterungen oder Rückbau von Anlagen sowie Wechsel von Energieträgern beeinflusst wird. Über die Entwicklung unseres absoluten Energieverbrauchs berichten wir im Kapitel „Energieverbrauch und Energiemix“.

Zum Zweck eines erleichterten Monitorings der Kennzahl bis zum Zieljahr summieren wir die Ergebnisse in Prozent je Jahr und vergleichen diese gegen einen rechnerischen Zielwert von 15 Prozent im Zieljahr – über zehn Jahre in jährlichen Etappen von 1,5 Prozent.

Konzernziel: Energieeinsparung durch Energieeffizienzmaßnahmen

Energieeffizienz

 

 

Ziel 2030

 

Zielgröße 2025

 

2025

 

2024

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Durchschnittliche Energieeinsparung durch umgesetzte Energieeffizienzmaßnahmen im Berichtsjahr seit dem Basisjahr (in %)

 

1,5

 

1,5

 

1,7

 

1,6

Kumulierter Wert der Energieeinsparungen durch umgesetzte Energieeffizienzmaßnahmen im Berichtsjahr seit dem Basisjahr (in %)*

 

15,0

 

7,5

 

8,4

 

6,3

*

Bei dem angegebenen Wert handelt es sich um eine rechnerische Größe, welche die Summe der Prozentwerte je Jahr widerspiegelt. Es handelt sich nicht um eine Reduzierung des Gesamtenergieverbrauchs gegenüber dem Basisjahr. Über die Entwicklung unseres absoluten Energieverbrauchs berichten wir im Kapitel „Energieverbrauch und Energiemix“.

Im Berichtsjahr lag die durchschnittliche Energieeinsparung durch umgesetzte Energieeffizienzmaßnahmen pro Jahr seit 2020 bei 1,7 Prozent (Vorjahr 1,6 Prozent) und damit über unter dem gesetzten Ziel von 1,5 Prozent.