Geschäftsbericht 2025

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Creating tomorrow’s solutions

Wirtschaftliche und rechtliche Einflussfaktoren

WACKER verkauft seine Produkte und Dienstleistungen in fast alle Branchen. Wir können uns konjunkturellen Schwankungen in einzelnen Geschäftsbereichen nicht entziehen. Ausprägung und Eintrittszeitpunkt können aber unterschiedlich sein. Aufgrund des Produktportfolios und der breiten Kundenbasis haben wir jedoch auch die Möglichkeit, diese konjunkturellen Schwankungen in ihrem Ausmaß abzufedern.

Wirtschaftliche Einflüsse auf unser Geschäft

Die wirtschaftlichen Faktoren, die das Geschäft von WACKER maßgeblich beeinflussen, sind in vielen Bereichen gleich geblieben.

Rohstoff- und Energiekosten

Als chemisches Unternehmen gehören wir einer energieintensiven Branche an und benötigen eine Reihe von Rohstoffen zur Herstellung unserer Produkte. Die Rohstoff- und Energiekosten haben deshalb erhebliche Auswirkungen auf unsere Kostenstruktur. Im Zuge der allgemeinen konjunkturellen Abkühlung sanken die Energie- und Rohstoffpreise insgesamt im Jahr 2025 leicht. WACKER strebt an, die Kosten auf einem wettbewerbsfähigen Niveau zu halten, und arbeitet deshalb bei den wichtigsten Rohstoffen mit mehreren Lieferanten zusammen. Die Verträge werden so gestaltet, dass WACKER über eine ausreichende Mengenflexibilität verfügt und durch geeignete Preismechanismen ein wettbewerbsfähiger Rohstoffeinkauf sichergestellt ist. Problematisch ist jedoch, dass manche Preise in Europa regulierungsbedingt deutlich höher sind als in anderen Regionen. Dazu tragen neben dem CO2-Emissionshandelssystem ETS auch Energiesteuern, Antidumping-Einfuhrzölle und beim Strom die politisch forcierte Abschaltung konventioneller Kraftwerke und der zu langsame Netzausbau bei. Die infolge des russischen Angriffs auf die Ukraine stark gestiegenen Strom- und Erdgaspreise europäischer Industriestandorte sind auch nach ihrem Rückgang in den Jahren 2023 bis 2025 noch deutlich höher als in anderen Regionen. WACKER hat sich auch 2025 weiterhin für die Einführung eines Industriestrompreises mit international wettbewerbsfähigen Konditionen eingesetzt – die auf europäischer Ebene ermöglichte Aufsetzung nationaler Industriestrompreismodelle wurde in Deutschland durch die Bundesregierung begonnen, allerdings ist aufgrund des laufenden Gesetzgebungsverfahrens die tatsächliche Ausgestaltung in einigen relevanten Details noch offen.

Währungsschwankungen

Grundsätzlich sichert sich WACKER gegen Währungsschwankungen ab. Für rund die Hälfte unserer US-Dollar Exposures des Folgejahres haben wir mit einem Mix aus Währungssicherungsgeschäften das Währungsrisiko begrenzt. Bei der Ermittlung der Sensitivität simulieren wir eine Abwertung von zehn Prozent des US-Dollar gegenüber dem Euro. Ein Anstieg des Euro gegenüber dem US-Dollar hätte sich ungesichert im EBITDA mit rund 27 Mio. € negativ ausgewirkt. Weiterhin bestehen Sicherungsgeschäfte in japanischen Yen (JPY), die bereits 2021 und 2022 abgeschlossen wurden und bis 2033 laufen.

Handelspolitisch bedingte Zölle und Marktbarrieren im Bereich Polysilicium

Als einer der weltweit führenden Hersteller von polykristallinem Reinstsilicium sind wir von der Nachfrage-Entwicklung im Bereich Halbleiter wie auch im Bereich Solar abhängig. Sowohl auf dem Halbleitermarkt als auch im Bereich Solar bestehen handelspolitisch bedingte Zölle und Marktbarrieren.