Geschäftsbericht 2025

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Creating tomorrow’s solutions

Maßnahmen

Im Rahmen unserer Strategie und Ziele im Bereich Wasser- und Meeresressourcen haben wir folgende kontinuierliche Maßnahmen festgelegt:

Eigene Geschäftstätigkeit

Die Einhaltung aller nationalen und lokalen gesetzlichen Vorgaben hinsichtlich der Wassernutzung bildet die Grundlage für alle Maßnahmen, um unsere Auswirkungen durch Wasserentnahme, Wasserverbrauch und Wasserrückführung so gering wie möglich zu halten. Darüber hinaus gelten konzernweite WACKER-Standards zum Umweltschutz, die konkrete Anforderungen zu Wasserentnahme und Wasserrückführung für alle Produktionsstandorte und technischen Kompetenzzentren enthalten.

Jeder Standort ist verpflichtet, den Umweltschutz vor Ort zu organisieren, um die Einhaltung umweltrechtlicher Vorgaben sicherzustellen, den sicheren Betrieb der Anlagen zu gewährleisten und Umweltüberwachungen durchzuführen. Durch ein einheitliches Umweltmanagementsystem erfassen wir an allen Standorten die entsprechenden Wassermengen und stellen dadurch sicher, dass gesetzliche Auflagen, Mengengrenzwerte sowie die WACKER-Umweltstandards eingehalten werden.

Im Rahmen einer ABC-Analyse, die jeder Standort verbindlich einmal jährlich durchführen muss, werden wesentliche Umweltaspekte inklusive relevanter Wassermengen und -arten des Standorts analysiert und bewertet. Falls erforderlich, werden standortspezifische Ziele abgeleitet.

Ein wesentlicher Bestandteil unseres Wassermanagements ist das „WACKER Water Stewardship“ (WaWaS)-Assessment, das gemäß dem SDG 6 „Verfügbarkeit und nachhaltige Bewirtschaftung von Wasser und Sanitärversorgung für alle gewährleisten“ und aufgrundlage internationalen Standards sechs wesentliche Prinzipien verfolgt:

  • Good Water Governance: angemessene und transparente unternehmerische Führung beim Umgang mit Wasser

  • Sustainable Basin Water Balance: nachhaltige Wasserentnahme im Hinblick auf die Wassermenge

  • Good Water Quality: guter Gewässerzustand im Hinblick auf chemische Qualität, biologische Elemente und thermische Fracht

  • Protection of Important Water-Related Areas: Erhalt und Schutz wichtiger aquatischer Schutzgebiete

  • Flood Protection: Schutz von Menschen und Anlagen vor den Folgen extremer Wetterereignisse

  • Safe Water, Sanitation and Hygiene (WASH): sicherer Zugang zu Wasser, sanitären Einrichtungen und Hygienestandards

Diese Themen werden auf Standortebene im Rahmen eines Self-Assessments bewertet, Auswirkungen, Risiken und Chancen identifiziert und falls erforderlich entsprechende Maßnahmen abgeleitet. Dieses Assessment ist mindestens alle fünf Jahre zu aktualisieren.

WACKER orientiert sich damit an u. a. an internationalen Standards wie EWS (European Water Stewardship), AWS (Alliance for Water Stewardship) und WASH (Water, Sanitation und Hygiene).

Durch die Nutzung des WWF (World Wide Fund For Nature) Water Risk Filters analysieren wir regelmäßig die konzernweiten Wasserrisiken. Es zeigt sich, dass neun unserer Standorte in Gebieten mit hohem Wasserstress liegen (s. Parameter). Zudem nutzen wir die Ergebnisse der Risikoanalyse zur Priorisierung unserer Wassermanagementaktivitäten im Rahmen unseres konzernweiten Wasserziels. Die Indikatoren umfassen physikalische, regulatorische und reputationsbezogene Risiken. Diese Einstufungen fließen in unsere Wassernutzungsanalysen ein. Für Standorte in Wasserrisikogebieten einschließlich Gebieten mit hohem Wasserstress haben wir keine substanziellen Risiken identifiziert, sodass keine zusätzlichen Maßnahmen erforderlich sind.

Wir arbeiten kontinuierlich daran, unsere Wasserkreisläufe zu schließen und die Wasserentnahme sowie den Wasserverbrauch zu reduzieren. Grundsätzlich versuchen wir, den Wassereinsatz gering zu halten und Wasser nach Möglichkeit mehrfach zu nutzen und wiederaufzubereiten.

Deshalb haben wir Maßnahmen festgelegt, um

  • die Effizienz des Wassereinsatzes zu optimieren,

  • die Energieeffizienz in allen Prozessketten zu verbessern, um die abzuleitenden Wärmefrachten ins Kühlwasser zu verringern,

  • relevante Abwässer zu identifizieren und Stofffrachten durch Prozessänderungen bzw. geeignete Vorbehandlung zu reduzieren,

  • die Auswirkungen von Klimawandel und regulatorischen Anforderungen auf die genutzten Gewässer zu bewerten und gegebenenfalls notwendige Anpassungen vorzubereiten.

Dabei sind alle Produktionsstandorte aufgefordert, Einsparpotenziale bzw. Verbesserungspotenziale bzgl. Stofffrachten zu identifizieren und, wenn möglich, umzusetzen.

So wurde z. B. am Standort Nünchritz im Berichtsjahr ein Projekt zur effizienten Wassernutzung umgesetzt. Dabei wird anstatt Frischwasser das bereits genutzte Kühlwasser zur Dampferzeugung weiterverwendet, wodurch nicht nur Frischwasser, sondern auch Energie eingespart werden kann.

Spezifische Schulungen der Produktionsmitarbeiter im Bereich Umweltschutz stellen ebenfalls wichtige Maßnahmen dar, um einen rechtssicheren Anlagenbetrieb zu gewährleisten.

Vorgelagerte Wertschöpfungskette (Supply Chain)

Die vorgelagerte Wertschöpfungskette adressieren wir im Rahmen unserer Umweltvorgaben zur Wassernutzung, die wir in unseren allgemeinen Geschäftsbedingungen und unserem Supplier Code of Conduct verankert haben. Nähere Details sind im ESRS 2 – Allgemeine Angaben beschrieben.