Maßnahmen
Bezüglich unserer Strategie zur Kreislaufwirtschaft haben wir folgende kontinuierliche Maßnahmen definiert, die wir umsetzen wollen:
Erneuerbare Rohstoffe – vorgelagerte Wertschöpfungskette
WACKER plant, langfristig fossile durch erneuerbare Rohstoffe zu ersetzen, um die Umweltauswirkungen fossiler Rohstoffe zu reduzieren. Bereits seit einigen Jahren setzt WACKER in bestimmten Produktlinien der Geschäftsbereiche Polymers und Silicones erneuerbare Rohstoffe ein und substituiert damit fossilen Kohlenstoff (sogenannte Eco-Produktlinien). Hierzu nutzen wir den Massenbilanzansatz.
Wir streben an, den Anteil erneuerbarer Rohstoffe sukzessiv zu erhöhen. Aufgrund des heute limitierten Angebots erneuerbarer Rohstoffe prüfen wir kontinuierlich deren Verfügbarkeit und bewerten diese hinsichtlich der Wirtschaftlichkeit ihres Einsatzes.
Geschlossene und effiziente Produktionszyklen – integrierte Verbundproduktion
Effiziente und geschlossene Produktionszyklen realisieren wir über hochintegrierte Stoffkreisläufe, über die wir an unseren Verbundstandorten in Burghausen, Nünchritz und Zhangjiagang verfügen.
Die Verbundproduktion umfasst unter anderem stoffliche Verbundsysteme, bei denen im Prozess anfallende Nebenprodukte aufbereitet und in den Produktionskreislauf zurückgeführt oder als Rohstoff deren Prozessen zugeführt werden. Beispiele hierfür sind der Chlorwasserstoff-, Silicium- und Essigsäureverbund.
Wir arbeiten permanent daran, den Verbund zu optimieren. Über das Programm „WACKER Operating System“ (WOS) setzen wir gezielt Maßnahmen zur Erhöhung der Prozesseffizienz über die gesamte Wertschöpfungskette um. Die Schwerpunkte liegen dabei auf der Optimierung der spezifischen Energieverbräuche, der Rohstoffausbeuten sowie des CO2-Fußabdrucks.
Geschlossene Materialzyklen – nachgelagerte Wertschöpfungskette
Im Rahmen unserer Produktbewertung analysieren wir die Auswirkungen unserer Produkte über den gesamten Lebenszyklus hinweg. Dabei identifizieren wir Ansatzpunkte, um die Kreislauffähigkeit unserer Produkte zu erhöhen.
Hierfür stehen wir in intensivem Austausch mit unseren Kunden und analysieren kontinuierlich Marktentwicklungen. Unser Fokus liegt darauf, Wege zu finden, wie unsere Produkte die Kreislauffähigkeit ermöglichen bzw. die Verwertung am Produktlebensende unterstützen können. Gemeinsam mit unseren Partnern arbeiten wir daran, entsprechende Lösungen zu entwickeln.
Zudem sind wir bestrebt, die Kreislauffähigkeit unserer Verpackungen zu erhöhen. Hierfür arbeiten wir eng mit Lieferanten und Kunden zusammen, um Optionen zur Nutzung kreislauffähiger Verpackungen zu erschließen.
So haben wir beispielsweise am Standort Burghausen bei den verwendeten IBC-Einheiten auf eine zusätzliche neue Variante mit einem Anteil an Recyclingmaterial umgestellt, wodurch aufgrund der großen Anzahl eine CO2-Einsparung von ca. 250 Tonnen pro Jahr erreicht werden kann. Daneben soll durch eine Reduzierung der Wandstärke bei den Standard-Stahlfässern Gewicht eingespart und damit eine jährliche CO2-Einsparung von rund 1,2 Kilotonnenerreicht werden. Am Standort Nünchritz wurde mit einem Recyclingpartner ein geschlossener Kreislauf für Transport-Paletten etabliert, bei dem die Paletten anstatt einer thermischen Verwertung weiter genutzt werden können. Das schont wertvolle Holzressourcen, reduziert CO2-Emissionen und vermeidet unnötige Entsorgung.
Abfallvermeidung
Die Abfallwirtschaft ist Teil des Umweltschutzes bei WACKER (siehe Kapitel „Allgemeine Angaben zu den Umweltstandards“).
Jeder Standort stellt sicher, dass die gesetzlichen Auflagen zur sicheren Entsorgung der Abfälle sowie die WACKER-Umweltstandards eingehalten werden.
WACKER ist bestrebt, im gesamten Lebenszyklus eines Produkts Abfall zu vermeiden. Unsere Devise lautet: Vermeiden vor Verwerten vor Beseitigen. Wir erfassen die Menge des angefallenen Abfalls konzernweit, aufgeschlüsselt nach den Kriterien „zur Verwertung“ und „zur Beseitigung“ sowie „gefährlich“ und „nicht gefährlich“.
Wir betrachten es als eine fortlaufende Aufgabe, neue Möglichkeiten zur geeigneten stofflichen Verwertung innerhalb und außerhalb unserer Werke zu ermitteln. Dabei legen wir größten Wert darauf, dass das Verwerten, Behandeln und Beseitigen von Abfällen umweltgerecht und rechtssicher erfolgt. Zu diesem Zweck überwachen wir die Entsorgungsunternehmen, mit denen wir bei der Verwertung und Beseitigung zusammenarbeiten, in regelmäßigen Audits.