Geschäftsbericht 2025

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Ertragslage

Konzernumsatz mit 5,49 Mrd. € um 4 Prozent unter dem Vorjahresniveau

Der WACKER Konzern erzielte im Geschäftsjahr 2025 einen Umsatz unter dem Niveau des Vorjahres. Ausschlaggebend waren dabei zum Teil niedrigere Absatzmengen und Preise sowie negative Währungseffekte. Das Geschäft mit Solarsilicium war nach wie vor durch Überkapazitäten in China und Unsicherheiten durch Antidumping-Zölle der USA belastet. Das Geschäft mit Polysilicium für Halbleiteranwendungen hat sich dagegen positiv entwickelt. Der Umsatz im Geschäftsbereich Polysilicon sank aufgrund der genannten Effekte um 7 Prozent auf 882,9 Mio. € (2024: 949,2 Mio. €). Silicones erzielte einen Jahresumsatz von 2,73 Mrd. € (2024: 2,81 Mrd. €) und lag, bedingt durch negative Mengen-   Prozent unter dem Wert des Vorjahres. Polymers erwirtschaftete 2025 einen Umsatz von 1,38 Mrd. € (2024: 1,46 Mrd. €), was einem Rückgang von 6 Prozent entspricht. Ausschlaggebend waren neben geringeren Volumina und Absatzpreisen auch negative Währungseffekte. Der Umsatz von Biosolutions reduzierte sich um 4 Prozent auf 360,4 Mio. € (2024: 374,9 Mio. €), unter anderem durch einen Rückgang im Projektgeschäft im Bereich der Biopharma-Auftragsfertigung.

Wir verweisen für weitere Informationen zu den Geschäftsbereichen auf den Segmentbericht.

Den Hauptteil des Konzernumsatzes erzielte WACKER im Ausland. Der Auslandsumsatz belief sich auf 4,56 Mrd. € (2024: 4,81 Mrd. €), was 83 Prozent (2024: 84 Prozent) des Gesamtumsatzes ausmacht.

Wir verweisen für weitere Informationen auf den Regionenbericht.

Konzern-EBITDA bei 426,7 Mio. €, EBITDA-Marge von 7,8 Prozent

Das operative Ergebnis (EBITDA) des Konzerns ist im Vergleich zum Vorjahr um 43 Prozent gesunken und belief sich auf 426,7 Mio. € (2024: 743,6 Mio. €). Neben dem Umsatzrückgang wirkte sich eine niedrigere Auslastung der Produktionsanlagen negativ auf das EBITDA aus. Darüber hinaus belasteten weiterhin hohe Energiekosten in Deutschland das Ergebnis. Die Bildung von Rückstellungen für Restrukturierungsaufwendungen sowie Kosten für bereits umgesetzte Maßnahmen im Rahmen des laufenden Kostensenkungsprojektes PACE in Höhe von insgesamt 102,6 Mio. € wirkten sich ebenfalls negativ auf das EBITDA aus. Die EBITDA-Marge lag mit 7,8 Prozent unter dem Vorjahr (2024: 13,0 Prozent).

Wir verweisen für weitere Informationen zu den Geschäftsbereichen auf den Segmentbericht.

Umsatzentwicklung im Jahresvergleich in Mio. €

Umsatzentwicklung im Jahresvergleich (Balkendiagramm)
Überleitung EBITDA auf EBIT

Mio. €

 

2025

 

2024

 

Veränderung
in %

 

 

 

 

 

 

 

EBITDA1

 

426,7

 

743,6

 

-42,6

Abschreibungen

 

-606,4

 

-472,7

 

28,3

EBIT1

 

-179,7

 

270,9

 

n.a.

1

Equity-Ergebnis und sonstiges Beteiligungsergebnis umgegliedert in Finanzergebnis (329,7 Mio. € Aufwand) (Vorjahr 19,2 Mio. € Ertrag); EBITDA und EBIT wurden entsprechend angepasst. Einzelheiten hierzu finden sich im Abschnitt „Änderung von Rechnungslegungsmethoden“.

EBIT mit -179,7 Mio. € deutlich unter dem Vorjahresniveau

Das Konzernergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) summierte sich im Geschäftsjahr auf -179,7 Mio. € (2024: 270,9 Mio. €). Das entspricht einer EBIT-Marge von -3,3 Prozent (2024: 4,7 Prozent). Im Geschäftsjahr 2025 beliefen sich die Abschreibungen auf 606,4 Mio. € (2024: 472,7 Mio. €). Darin enthalten sind Wertminderungen in Höhe von 102,3 Mio. € (2024: 10,0 Mio. €). Im Wesentlichen wurde ein Geschäfts- und Firmenwert im Geschäftsbereich Biosolutions in Höhe von 89,1 Mio. € abgewertet. Ferner betrafen die Wertminderungen Sachanlagen in den Chemiebereichen. Die laufenden Abschreibungen beliefen sich auf 504,1 Mio. € (2024: 462,7 Mio. €). Der Anstieg resultiert aus Inbetriebnahmen neuer Produktionsanlagen in Deutschland und China.

Überleitung EBIT auf Periodenergebnis

Mio. €

 

2025

 

2024

 

Veränderung
in %

 

 

 

 

 

 

 

EBIT1

 

-179,7

 

270,9

 

n.a.

Finanzergebnis1

 

-398,6

 

-12,5

 

>100

Ergebnis vor Ertragsteuern

 

-578,3

 

258,4

 

n.a.

Ertragsteuern

 

-226,6

 

2,3

 

n.a.

Jahresergebnis

 

-804,9

 

260,7

 

n.a.

davon

 

 

 

 

 

 

auf Aktionäre der Wacker Chemie AG entfallend

 

-821,1

 

241,0

 

n.a.

auf andere Gesellschafter entfallend

 

16,2

 

19,7

 

-17,8

Ergebnis je Aktie in € (unverwässert / verwässert)

 

-16,53

 

4,85

 

n.a.

1

Equity-Ergebnis und sonstiges Beteiligungsergebnis umgegliedert in Finanzergebnis (329,7 Mio. € Aufwand) (Vorjahr 19,2 Mio. € Ertrag); EBITDA und EBIT wurden entsprechend angepasst. Einzelheiten hierzu finden sich im Abschnitt „Änderung von Rechnungslegungsmethoden“.

Herstellungskosten leicht über Vorjahresniveau

Das Bruttoergebnis vom Umsatz ist mit 657,3 Mio. € im Vergleich zum Vorjahr (2024: 986,7 Mio. €) um 33 Prozent gesunken. Die Herstellungskosten beliefen sich auf 4,83 Mrd. € (2024: 4,74 Mrd. €). Die Bruttoumsatzmarge verringerte sich auf 12,0 Prozent (2024: 17,2 Prozent). Trotz realisierter Effizienzmaßnahmen belasteten eine niedrige Auslastung der Produktionsanlagen infolge des geringeren Umsatzvolumens, weiterhin hohe Energiekosten sowie Restrukturierungsaufwendungen in Höhe von 86,9 Mio. € die Bruttoumsatzmarge. Die Herstellungskostenquote des Konzerns stieg entsprechend auf 88 Prozent (Vorjahr 83 Prozent).

Funktionskosten auf Vorjahresniveau

Die übrigen Funktionskosten (Vertrieb, Forschung und Entwicklung sowie allgemeine Verwaltungskosten) erhöhten sich im Vergleich zum Vorjahr um 2 Prozent auf 770,4 Mio. € (2024: 753,2 Mio. €). Sie enthalten Restrukturierungsaufwendungen in Höhe von 11,9 Mio. €.

Sonstige betriebliche Erträge und Aufwendungen aufgrund eines Sondereffekts negativ

Der Saldo der sonstigen betrieblichen Erträge und Aufwendungen belief sich im Geschäftsjahr 2025 auf -66,6 Mio. € (2024: 37,4 Mio. €). Es wurde eine Wertminderung des Geschäfts- und Firmenwertes im Geschäftsbereich Biosolutions in Höhe von 89,1 Mio. € im sonstigen betrieblichen Ergebnis erfasst. Das Währungsergebnis war mit -0,1 Mio. € nahezu ausgeglichen (2024: 3,9 Mio. €).

Finanzergebnis enthält Beteiligungsergebnis in Höhe von -329,7 Mio € (Vorjahr 19,2 Mio €)

Das Finanzergebnis des WACKER Konzerns verschlechterte sich im Vergleich zum Vorjahr auf -398,6 Mio. € (2024: -12,5 Mio. €). Im Berichtsjahr wurde das Beteiligungsergebnis in das Finanzergebnis umgegliedert; die Vorjahreszahlen wurden entsprechend angepasst. Dadurch spiegelt das Betriebsergebnis (EBIT) die operative Performance von WACKER wesentlich besser wieder und wird nicht durch Wertschwankungen des Beteiligungsergebnisses beeinflusst.

Das Beteiligungsergebnis sank im Vergleich zum Vorjahr deutlich auf -329,7 Mio. € (2024: 19,2 Mio. €). Ursächlich hierfür war insbesondere eine Wertminderung des At-Equity-Ansatzes der Siltronic AG in Höhe von 307,8 Mio. €. Darüber hinaus wirkte sich das niedrigere operative Equity-Ergebnis der Siltronic AG in Höhe von -28,7 Mio. € (2024: 12,7 Mio. €) belastend aus. Die Wertminderung wurde vorgenommen, da der Aktienkurs der Siltronic AG dauerhaft unter dem Buchwert der Beteiligung lag und die zum Stichtag 31. Dezember 2025 durchgeführte Unternehmensbewertung zu einem niedrigeren Wertansatz führte.

Den Zinserträgen von 28,5 Mio. € (2024: 41,4 Mio. €), die im Wesentlichen aus Festgeldanlagen resultierten, standen Zinsaufwendungen in Höhe von 63,4 Mio. € (2024: 45,6 Mio. €) gegenüber. Der Anstieg der Zinsaufwendungen ist auf die höheren Finanzierungsverbindlichkeiten infolge der Refinanzierung zurückzuführen. Das Zinsergebnis lag bei -34,9 Mio. € (2024: -4,2 Mio. €).

Das übrige Finanzergebnis belief sich auf -34,0 Mio. € (2024: -27,5 Mio. €). Es enthält im Wesentlichen Bewertungseffekte im Zusammenhang mit Währungseffekten aus Finanzierungen des Konzerns sowie Zinseffekte aus Pensions- und anderen Rückstellungen.

Ertragsteuern

Für den Konzern ergab sich für das Jahr 2025 ein Steueraufwand von 226,6 Mio. € (2024: Steuerertrag von 2,3 Mio. €). Die Steuerquote des Konzerns betrug -39,2 Prozent (2024: -0,9 Prozent). Im Berichtsjahr wurden aktive latente Steuern in Deutschland mangels Werthaltigkeit nicht mehr angesetzt. Der hieraus resultierende latente Steueraufwand betrug 194,0 Mio. €.

Das Konzernergebnis lag aufgrund der genannten Effekte bei -804,9 Mio. €. Im Vorjahr hatte WACKER ein Jahresergebnis in Höhe von 260,7 Mio. € ausgewiesen.

Kapitalrendite (ROCE)

Die Kapitalrendite (ROCE) setzt das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) in Bezug zum für die Geschäftstätigkeit notwendigen Kapital (Capital Employed).

Die Kapitalrendite (ROCE) belief sich im Berichtsjahr auf -3,1 Prozent (2024: 5,0 Prozent). Ursächlich für den Rückgang waren das geringere EBIT in Verbindung mit einem leicht gestiegenen Kapital, das im Berichtsjahr von 5,42 Mrd. € auf 5,74 Mrd. € stieg.